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Kontoinhaber: PERRY RHODAN FAN ZENTRALEDeine Spenden helfen, die Perrypedia zu betreiben.Lucia Corshner
Die Terranerin Lucia Corshner war eine Schriftstellerin.
Charakterisierung
Sie war eine leidenschaftliche und anspruchsvolle Schriftstellerin, für die das Schreiben einen wesentlichen Teil ihres Lebens darstellte. Sie legte großen Wert auf sprachliche Präzision und persönliche Urheberschaft. Als NATHAN ihr anbot, ihren Stil zu analysieren und ihr Manuskript für sie fortzuführen, lehnte sie entschieden ab. Sollte sie ihr Buch nicht selbst vollenden können, wollte sie lieber auf einen weiteren Lucia-Corshner-Roman verzichten. (PR 3391)
Auch unter PIAD beschäftigte sie sich fortwährend mit Sprache, Formulierungen, Zitaten und Bedeutungsnuancen. Durch das Aufmerksamkeitsdefizit verlor sie sich jedoch zunehmend in solchen Gedankengängen und konnte sich immer schwerer auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren. (PR 3391)
Ihr aktuelles Manuskript war für sie von besonderer Bedeutung. Vordergründig handelte es von einer gesellschaftlich unterdrückten Liebesbeziehung, zugleich beschäftigte es sich mit Unsicherheit, Selbstzweifeln, Verlustangst, Eifersucht und der Bedeutung eines Lebenszwecks. Corshner verarbeitete darin auch ihre eigene unerfüllte Liebe zu Landro. Vertreter von Literrania, Terras größtem Autorenverein, zeigten sich von dem Manuskript begeistert und hielten es für ein außergewöhnlich bedeutendes Werk. Sie selbst betrachtete es als ihr Herzensprojekt. (PR 3391)
Corshner liebte Landro weiterhin, obwohl dieser ihre Gefühle nicht erwiderte und den Kontakt zu ihr abgebrochen hatte. Erinnerungen an ihn prägten sowohl ihr Manuskript als auch ihre Gedankenwelt. Selbst NATHANS Avatar hatte sie nach Landros Erscheinungsbild gestaltet, wobei sie dessen Körper mit etwas weniger Muskelmasse darstellen ließ. (PR 3391)
Trotz der zunehmenden Beeinträchtigungen durch PIAD wollte Corshner das Schreiben nicht aufgeben. Sie verband das Schreiben und insbesondere die Arbeit an diesem Roman eng mit ihrem Lebenszweck und arbeitete auch dann weiter, als ihre Konzentrationsfähigkeit bereits stark eingeschränkt war. (PR 3391)
Geschichte
Bis zum Auftreten von PIAD hatte Lucia Corshner sieben Romane veröffentlicht. Vor der Ankunft von ES im Solsystem arbeitete sie nach einem festen Rhythmus: Auf etwa 25 Minuten konzentriertes Schreiben folgte eine fünfminütige Pause. (PR 3391)
Nach dem Auftreten von PIAD verschlechterte sich ihre Konzentrationsfähigkeit erheblich. Zeitweise konnte sie sich noch bis zu etwa einer halben Stunde auf ihre Arbeit konzentrieren. Danach verlor sie sich in ziellosen Gedankengängen und benötigte längere Zeit, um sich wieder zu sammeln. Sie stellte fest, dass jeder Versuch, die Konzentration gewaltsam länger aufrechtzuerhalten, die anschließenden Phasen geistiger Orientierungslosigkeit verlängerte.
Um dennoch weiterarbeiten zu können, nutzte Corshner einen Alarm, der sie aus ihren Abschweifungen zurückholen sollte. Diesen stellte sie zunächst auf 90 Minuten ein. NATHAN unterstützte sie dabei und bot ihr an, ihren Schreibstil zu analysieren und das Manuskript selbst fortzusetzen. Corshner lehnte dies ab, da sie keinen Text unter ihrem Namen veröffentlichen wollte, den sie nicht selbst geschrieben hatte. (PR 3391)
Ihr neues Manuskript sollte ein bedeutender Liebesroman werden. Im Mittelpunkt stand eine Frau namens Lady Baduro, deren unerfüllte Sehnsucht und innere Konflikte zugleich größere Fragen nach Lebenszweck und emotionaler Bindung widerspiegeln sollten. Corshner hatte mit Vertretern von Literrania darüber gesprochen, die das Werk für außergewöhnlich bedeutend hielten.
Für Corshner war das Buch zugleich eine Verarbeitung ihrer eigenen unerfüllten Liebe zu Landro. Nachdem sie ihm ihre Gefühle offenbart hatte, brach er den Kontakt zu ihr ab. Ihre letzte Begegnung lag Jahre zurück und hatte in einem Schwimmbad in den Außenbezirken von Terrania stattgefunden. Unter PIAD kehrte Corshner in ihren gedanklichen Abschweifungen immer wieder zu Landro und diesem letzten gemeinsamen Tag zurück. (PR 3391)
Nach dem Zusammenbruch des TERRANOVA-Schirms am 5. März 2257 NGZ verschlechterte sich ihr Zustand weiter. Corshner erhöhte den Abstand ihrer Erinnerungsalarme von 90 Minuten auf zwei Stunden. Gleichzeitig verkürzten sich ihre klaren Phasen von zuvor bis zu einer halben Stunde auf höchstens zehn Minuten. Ihrem Schreibprotokoll zufolge konnte sie sich zuletzt sogar nur noch etwa fünf Minuten konzentrieren.
Sie fürchtete zunehmend, PIAD könne ihr mit der Fähigkeit zu schreiben auch ihren Lebenszweck nehmen.
Gleichzeitig war NATHAN durch die sich verschärfende Lage im Solsystem immer stärker belastet. Der Aufwand für die Betreuung der PIAD-Betroffenen lag nach dem Fall des TERRANOVA-Schirms beim 20,74-fachen des vorherigen Wertes. NATHAN musste daher zunehmend entscheiden, wo sein Eingreifen unverzichtbar und wo es lediglich wünschenswert war. (PR 3391)
Corshners Selbstständigkeit nahm weiter ab. Schließlich kümmerte sich ein Haushaltsroboter um sie und fütterte sie, während sie erneut in Erinnerungen an Landro und Gedanken an ihr unvollendetes Manuskript versank. (PR 3391)
Quelle