Parody R. Hodan

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Parody R.Hodan.JPG
Parody R. Hodan – Die Parodie
© MAYA-Verlag

Unter dem Namen Parody R. Hodan erschien 1986 im Münchner MAYA-Verlag eine einmalige Parodie von Mathias Horx auf die Perry Rhodan-Serie. Der Verlag hatte vorher bereits die Magazine Playboy (Playbock), Spiegel (Dr. Spiegel), Stern (lüstern) und Cosmopolitan (Cosmopuritan) sowie die Bild-Zeitung (AtomBild) durch den Kakao gezogen. Verleger war Hans Gamber.

Das Heft hat den Titel »Die galaktische Gurke: Er ist der notariell beglaubigte Erbe des Universums – und kämpft um die letzte Schlachtplatte« und erschien mit der fiktiven Heftnummer 1986.

Die Parodie kam zur Zeit des Zyklus der Gänger des Netzes und pünktlich zum 25. Jubiläum der Serie auf den Markt. Verlag und Autoren waren damals von der Parodie entsprechend wenig begeistert.

Der Umschlag zeigt eine Collage mit Elementen aus den Titelbildern von Micky Maus, Perry Rhodan Nr. 907, Perry Rhodan Sonderheft 1/79 und der schmelzenden Uhr aus Salvador Dalís Werk »Das Beharren der Erinnerung«.

Im August 2015 erschien beim Terranischen Club Eden eine Neuauflage des Heftes.

Allgemeines zum Inhalt

Die Parodie spielt im Jahr 10.001 NGZ und ist prinzipiell im Schreibstil der Perry Rhodan-Heftromane gehalten. Das geht bis hin zur Durchspielung eines kompletten Spannungsbogens (Friedliches Zusammenleben im Universum, Bedrohung des Friedens durch eine höhere Macht, Hinreise R. Hodans zum Ort des Problems und Lösung des Problems) in Zeitraffer. Auch Abschweifungen und Nebenhandlungen werden berücksichtigt.

Durch Übertreibung dieses Stils und durch Verwendung "falscher" Begrifflichkeiten entbehrt die Geschichte nicht an Komik. Die – vermeintlichen – Schwachstellen der Serie werden gnadenlos angeprangert. Dazu gehören folgende Kritikpunkte:

  • Die immer größer werdenden Raumschiffe werden durch einen planetengroßen Ultrasuperhyper-Riesen ad absurdum geführt.
  • Der exorbitante Energieverbrauch bei Raumschlachten etc. wurde nun von einer kosmischen Ordnungsmacht verboten. Sonnen dürfen nur noch mit Solarzellen angezapft werden.
  • Die verschiedenen Anti-Ortungsabsorber, die in regelrechten Rüstungsspiralen gegeneinander verwendet werden, werden karikiert.
  • Andererseits wird beklagt, dass die gewaltigen Raumschlachten gleichzeitig zur Entspannung des Kalten Krieges in der realen Welt abgenommen haben und die Serie sich zu sehr esoterischen Inhalten zugewandt hätte.
  • Das ständige Auftreten klischeehafter Archetypen (z. B. breite, gutmütige Neger, feurige Italiener und blonde, blauäugige Skandinavier) wird deutlich angesprochen.
  • Am Ende der Parodie wird schließlich eine äußerst herbe Kritik an den angeblich sozial unfähigen Lesern der Serie vom Stapel gelassen.

Interessanterweise wurde übrigens mit der »GROSSEN ENTROPISCHEN KRISE«, die das Raumzeitgefüge erschütterte und die Raumfahrt zum Energiesparen und zum Verzicht auf Supertechnik zwang, die Hyperimpedanz vorweggenommen.

Protagonisten

  • Die DREI EINIGKEITEN: Finger, Ohr und Fuß sind Inkarnationen des Entropischen Rates mit voller Energiesparkompentenz.
  • Parody R. Hodan: Der Großimperator des Guten Imperiums ist vom GROSSEN SKRUPEL befallen.
  • Reginald Bull: Der ewige Stellvertreter träumt noch von den guten alten Abenteuern.
  • 8-Sterne-General a.D. Gucky: Seit 1000 Jahren außer Dienst, hat sich der Mausbiber vom kleinen Möhrenzüchter zum Besitzer von Gucks Import-Export KG emporgeschwungen.
  • Icho Tolot: Aufgrund seines Alters trägt der Haluter mittlerweile einen Bart.
  • Sergeant Borst: Der völlig unbekannte russische Astronavigator erhielt von ÜBER-ES die absolute Unsterblichkeit und wurde aus diesem Grund zum Vorposten Shillum strafversetzt.
  • Kommandant Schmidt: Sohn des Schmidt-Geschlechts im 23.000 Glied, ist der absolut umweltunangepasste Terraner von einem Gänseblümchenplaneten und der Kommandant des Hypertitanen MUTTER ERDE.
  • Oberstleutnant Smäland-Schulze: Der Skandinavier mit brandenburgischen Misch-Genen mampft ständig Knäckebrot.
  • Birgit Bleul: Die Moralische Feminautin hat ein loses Mundwerk.
  • Krrg-Arrgh-Grrkghhg: Das Raupenwesen mit einer Denkblase auf dem Rücken ist der oberklügste aller Horoskoper.
  • Atlan: lange Zeit im Urstrudel verschollen, nennt er sich jetzt AJAX und trägt Rollkragenpullover und schwarze Sonnenbrille.
  • Adlof Hilter: der seltsam schnarrende Roboter aus dem Museum von MUTTER ERDE, Abteilung 20. Jahrhundert, stellte dort vermutlich einen kleinen Bürokraten dar.
  • Eberhard Rotten: Der Umweltangepasste vom Planeten Pogo hat ein Problem, Ordnung zu halten. Der stets besoffene Raumpilot ist in einer Zeitschleife gefangen, in der er sich immer wieder selbst tötet. (Anspielung auf die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands, die zur Zeit der Veröffentlichung ihren Zweite Unordentliche Parteitag auf dem Münchener Olympiagelände plante.)
  • Das BLUUB stammt vom Planeten Pogo und ist ein lebender Müllkonverter und Gedankenprojektor.

Handlungszusammenfassung

Parody R. Hodan ist vom GROSSEN SKRUPEL befallen, weil er Gewissensbisse aufgrund der vielen in der Vergangenheit vernichteten Planeten und Völker hat. Die Verwaltung von einem Imperium nach dem anderen ist ihm langweilig geworden. Da er alle kosmischen Gefahren gemeistert hat, und seit über 100 Jahren Frieden herrscht, kann er in aller Ruhe auf dem Gigantraumschiff MUTTER ERDE seinen Überlegungen nachgehen. Nur durch Zufall entgeht er in letzter Sekunde einem hinterhältigen Attentat.
Reginald Bull erhält eine wichtige Mitteilung von Sergeant Borst und ruft Parody R. Hodan herbei. Borst berichtet von einem rätselhaften und schrecklichen Vorkommnis in der riesigen und weit entfernten Knopfgalaxie. Das ist Grund genug, Gucky aufzusuchen. Der Kosmo-Kopierer (eine Art Materietransmitter) ist allerdings defekt.

Unterdessen hat Gucky, der von seiner Karottenzucht auf die viel schmackhafteren Teltower Rübchen umgestiegen ist, auf seinem Planeten Karotin II Absatzprobleme, von denen er Tolot berichtet. Der Kommandant des Stützpunktes auf Karotin II, Schulze-Smäland, erwartet mit seinen Leuten Birgit Bleul und Krrg-Arrgh-Grrkghhg die Ankunft des Großimperators. Im Kosmo-Kopierer materialisiert allerdings eine monströse, schleimige Kopie R. Hodans, die auf den Planeten entflieht und die Rüben zur Teilung und Vervielfältigung benutzt.

Der echte Parody R. Hodan muss sich inzwischen wegen seiner geplanten Expedition inzwischen vor dem Entropischen Rat verantworten, der aus energiesparenden Gründen die Expedition nicht genehmigt. Als die DREI EINIGKEITEN Verständnis dafür äußern, dass R. Hodan seit Heft 998 keine zünftige Raumschlacht mehr veranstalten durfte, packt diesen eine längst vergessene Entschlossenheit und er erschießt die Inkarnationen des Entropischen Rats. Nun befinden sich R. Hodan und Bull auf der Flucht und irren durch ein Museum ihrer Geschichte, bis sie das vor langer Zeit ausgemusterte Superschlachtschiff CASTROP RAUXEL finden. Gemeinsam mit dem konfusen Roboter Adlof Hilter, der zum Piloten umfunktioniert wurde, reisen sie nach Karotin II.

Unterwegs begegnen die Flüchtlinge noch dem uralten terranischen STAATEN-Kreuzer SID VICIOUS, auf dem der sturzbesoffene Eberhard Rotten seit mehreren tausend Jahren in einer Zeitschleife lebt. Seine in der Zeitschleife produzierten Doppelgänger erschießen sich einer nach dem anderen. Rotten wird, mitsamt seiner Zeitschleife, gerettet.

Gerade noch rechtzeitig können R. Hodan und Bull zu Guckys Planeten vordringen, der von der missratenen Kopie R. Hodans mittlerweile vollständig verschlungen wurde. Alle fünf Bewohner des Planeten werden aufgenommen. Die nunmehr vereinten Hauptpersonen fliegen zum TRYPTISCHEN SCHNORCHEL, der ihnen ein Rätsel stellt. Nur Adlof Hilter weiß die Antwort, und der Schnorchel befördert das Schiff zur Knopfgalaxie. Die Besatzung der CASTROP RAUXEL wird noch durch eine Inkarnation Atlans ergänzt, der sich nunmehr AJAX nennt.

Auf dem äußersten Vorposten Shillum angekommen, meldet der hier stationierte Borst, dass Milliarden unbekannter Objekte immer schneller aus dem Zentrum der Knopfgalaxie strömen und das Universum in 456 Tagen vollständig ausfüllen werden. Der Wissenschaftler Krrg-Arrgh-Grrkghhg findet für dieses Problem eine geniale Lösung: Mit viel mehr Kampfraumschiffen könnte die Bedrohung abgewendet werden. Leider sind vom Entropischen Rat längst alle Raumschiffe wegen Energiesparmaßnahmen auf Tretantriebe umgestellt worden, was sie für den Kampf untauglich macht.

Hier setzt Krrg-Arrgh-Grrkghhgs Lösung an: In der Galaxis HUNDERTWASSER leben auf dem Planeten TIMEBANDIT die ZEITSAMMLER: Ein Volk, welches zu Zeitreisen fähig ist. Kurz entschlossen reist die CASTROP RAUXEL nach HUNDERTWASSER und handelt mit den ZEITSAMMLERN aus, dass Eberhard Rotten 100 Jahre in die Vergangenheit auf den Planeten SUPERPEACE versetzt wird, wo damals die Raumflotte des Guten Imperiums verschrottet wurde. In einem brillanten Coup kapert der sich selbst vervielfältigende Rotten eine Flotte von 5000 Schiffen, bevor diese in den Hochöfen verschwinden.

Mit seiner Streitmacht fliegt R. Hodan, endgültig vom GROSSEN SKRUPEL befreit, nun in den Schwarm der Quintilliarden rätselhafter Objekte, der weiterhin aus der Knopfgalaxie strömt. Mit einem dröhnenden Schwingen von 5000 Schiffszellen wird die finale Schlacht eingeläutet.

Unterdessen hat Atlan-AJAX einige der fremdartigen Gegenstände an Bord geholt und näher untersucht. Er findet heraus, dass es sich um harmlose Einweg-Feuerzeuge, Kugelschreiber, Socken, Bleistifte und Hosenknöpfe handelt. Als die Lage in der Zentrale der CASTROP-RAUXEL immer schwieriger wird und das eigene Feuern die Schutzschilde in Gefahr bringt, flieht die Besatzung mit einem Beiboot. Atlan bringt die Raumfahrer dazu, das Feuer einzustellen und die Schutzschilde auszuschalten. Dadurch wird die Gefahr abgewendet.

Nun meldet sich ÜBER-ES. Die Superintelligenz teilt R. Hodan mit, dass er in all den Jahrtausenden versagt hat, und gibt ihm eine neue Chance. R. Hodan wird in die STARDUST versetzt, mit der er gerade den Mond erreichen will. So beginnt die nunmehr 12. Auflage.