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Das Borneod-Gefängnis war eine auf Nosmo gelegene Strafvollzugsanstalt des Imperiums Dabrifa.
Übersicht
Das Gefängnis war ein Prestigeobjekt von Imperator Dabrifa. Es diente dem Imperium als Anschauungsobjekt für Diplomaten befreundeter und neutraler Regierungen, um die »Menschenfreundlichkeit« der politischen Führung zu demonstrieren und von dem für die Bevölkerung beinahe alltäglichen Staatsterror abzulenken. Borneod war ein Mythos, nur als Insasse konnte man es betreten und der einzige Weg hierher war der Antritt einer lebenslangen Haftstrafe. Aufgrund der dürftigen Informationslage galt Borneod als Alptraum ohne Wiederkehr.
Borneod ist eine kleine Insel im Nordozean von Nosmo. Sie liegt in der Polarzone des Planeten und ist etwa 2000 Kilometer von Dabrifala entfernt.
Das Gefängnis nahm den gesamten Raum der Insel ein und erstreckte sich zu weiten Teilen auch unterirdisch. Auf der Oberfläche lagen einige große Baracken, Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude. Der restliche Freiraum diente den Insassen als Auslaufgelände. Nach außen abgeschlossen war die Insel durch eine rund zwei Meter hohe Mauer und einen mehrere Dutzend Meter aufragenden HÜ-Energiezaun. Die Häftlinge wurden durch schmerzhafte Neuroschocks diszipliniert und unter Kontrolle gehalten. Die Schockanlagen waren im Boden oder Einrichtungsgegenständen verankert und wurden bei Regelverstößen eingesetzt, wenn das Arbeitspensum nicht erfüllt wurde oder einfach wenn die Wächter der Ansicht waren, ein Gefangener hätte es verdient. Weitere Sicherungsmaßnahmen umfassten die ständige Präsenz von Kampfrobotern ziviler Bauart und Schwerkraftfallen, die bei Betreten gesicherter Bereiche den Häftling mit einem Vielfachen der normalen Erdschwere festsetzten.
Die Unterbringung erfolgte in Zweimannzellen. Die Einrichtung war spartanisch und bestand aus Sitzgelegenheiten, einem Etagenbett, der Hygienezelle und einem Spender für Häftlingskleidung aus wiederverwerteter Zellulose. Der Tagesablauf war streng reglementiert. Nach dem Wecken wurden die Gefangenen zum Frühstück in einen Speisesaal geführt. Der weitere Tagesplan sah sechs Stunden Lernen, drei Stunden Arbeit und drei weitere Stunden körperliche Ertüchtigung vor. Während der Lernphase konnten sich die in Lesesäle eigenständig mit aktuellen Nachrichtenblättern, Literatur und wissenschaftlichen Abhandlungen auseinandersetzen. In der Arbeitsphase mussten sie positronische Bauteile herstellen und überprüfen, wobei ein festes Pensum vorgegeben war. Wenn jemand das Pensum nicht erreichte oder Fehler machte, dann wurde er mit Neuroschocks wachsender Intensität diszipliniert. Die »körperliche Ertüchtigung« war der tägliche dreistündige Freigang aller Häftlinge auf dem Außenareal. Der sarkastische Begriff stammte von den Wächtern, da körperliche Bewegung im Besonderen während des Winters lebensnotwendig war, um die niedrigen Temperaturen zu überleben. Für ältere und gebrechliche Personen endete der Freigang oftmals tödlich.
Die Hälfte der Gefängnisinsassen waren politische Häftlinge (Mitglieder der Toleranz und andere Systemgegner), der Rest Schwerkriminelle (zum Beispiel Mörder, Räuber und auch Psychopathen). Die menschlichen Aufseher waren dabrifatreue Angehörige des Militärs, der Polizei oder ähnlicher Organisationen. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die technischen Anlagen zu warten und die Gefangenen mit Ortungssystemen zu überwachen. Direkten Kontakt gab es kaum. Die Aufseher griffen nur in gravierenden Fällen ein, etwa bei Fluchtversuchen. Rangeleien und Kämpfe um die Hierarchie wurden weitgehend geduldet. Manche Gefangenen kamen sogar mit Mord ungestraft davon.
Bekannte Angestellte und Insassen
- »Die Direktorin« - eine Frau, der es Spaß machte, andere zu quälen
- Brugo – Aufseher der Fabrikationsanlage
- Lis-Jeannine Canderveen – eine Botin der Toleranz
- Milldy – eine kurzzeitige Bekannte von Stan Orrmy
- Stan Orrmy – ehemaliger Agent und Killer in Dabrifas Diensten (PR-TB 376)
- Scitt – Mitglied der Toleranz, Insasse für 35 Jahre
- Vistavak – Serienkiller, ungekrönter König unter den Gefangenen
Geschichte
Borneod wurde irgenwann während der Herrschaft Dabrifas gegründet. Es diente ihm als Aushängeschild seiner Justizpolitik und sollte fremde Diplomaten von der Wahrheit der Konzentrationslager und dem permanenten Verschwinden von Regimekritikern ablenken.
Um 3434 war das Gefängnis immer noch der Alptraum vieler Bürger des Imperiums Dabrifa. Zu dieser Zeit war die Toleranzrevolution bereit für den endgültigen Schlag gegen den Imperator. Eine der ersten Aktionen war die Befreiung der Gefangenen von Borneod. Diese Aktion verfolgte das Ziel eines Propagandaschlags gegen die Regierung, der Freisetzung von Gefolgsleuten und der Rekrutierung möglicher Agenten. So wurde während eines Freigangs ein fingierter Angriff mit Kampfrobotern gestartet. Die Häftlinge wurden mit einem Transmitter evakuiert. Während der Kampfhandlungen starben die Direktorin und viele Wächter. Eine große Zahl der Gefangenen überlebte die anfangs zur Fluchtvereitlung eingesetzten Neuroschocks nicht.
Nach dem nur Wochen später erfolgten Tod Imperator Dabrifas und dem anschließenden Zerfall des Imperiums war es unwahrscheinlich, dass Borneod jemals wieder genutzt wurde.
Quelle