Strukturpiloten (Roman)

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Überblick
Serie: Perry Rhodan-Heftserie (Band 2310)
PR2310.jpg
© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Innenillustration
Zyklus: TERRANOVA
Titel: Strukturpiloten
Untertitel: Sie überleben in der Charon-Wolke – nur sie besitzen die Gaben
Autor: Leo Lukas
Titelbildzeichner: Alfred Kelsner
Innenillustrator: Michael Wittmann (1 x)
Erstmals erschienen: Freitag, 25. November 2005
Hauptpersonen: Marc London, Kempo Doll'Arym, Sheerdurn, Yilay Hor'Boran
Handlungszeitraum: Februar bis Juni 1344 NGZ
Handlungsort: nahe der Charon-Wolke
Journal:

Nr. 91: »Wasserstoff – die Energie der Zukunft« »Strahlenwaffen« Teil 3

Kommentar: Die Charon-Wolke
Glossar: Doll'Arym, Kempo / Hyperstürme, Stärke / Milchstraßenzentrum; Raumfahrt / Tryortan-Schlund
NATHAN: Wichtige Ereignisse vom 25. November bis 1. Dezember
Zusätzliche Formate: E-Book

Kurzhandlung

11. Juni 1344 NGZ: Außerhalb der Charon-Wolke versucht Marc London, die Bewohner der Wolke zu spüren, doch es gelingt nicht wirklich. Am 14. Juni trifft die BUENOS AIRES ein, Reginald Bull und Gucky bringen die Koordinaten mit, die sie von den Cynos erhalten haben; sie sind identisch mit dem Sonnensystem, das genau im Mittelpunkt der Wolke steht. Doch das Strukturgestöber ist nach wie vor undurchdringlich.

Rückblende:

Die Charonii stammen von Epha-Motana ab, sie wurden von den Schutzherren von Jamondi besonders geschult, um in das Strukturgestöber eintauchen zu können. Die Charon-Wolke sollte eine Rückzugsbasis für die Schutzherren werden, außerdem wurde das wertvolle Salkrit entdeckt. Aus den Motana wurden Charonii, nur sie konnten in der Wolke navigieren und Salkrit bergen und liefern. Doch irgendwann kam der Hyperkokonverschluss, und die Schutzherren wurden mit der Zeit zur Legende.

Kempo Doll'Arym ist ein junger, mit besonders starken Fähigkeiten ausgestatteter Charonii. Für manche Charonii sind seine Fähigkeiten sogar beängstigend. Er besitzt nicht nur die Gaben der normalen Strukturpiloten, er besitzt auch die dritte Psi-Fähigkeit, die nur einmal pro Generation auftritt, die Explosive Kraft. Die beiden normalen Gaben sind der Pilotensinn und die Pilotenkraft, sie befähigen die Begabten unter den Charonii, einigermaßen sicher durch die Wolke zu navigieren. Dazu bauen sie mit ihren Gaben eine ruhige Zone um das Schiff auf. Manchen gelingt es, ruhige Augen von bis zu vier Kilometer Durchmesser zu erschaffen.

Als der Hyperkokon zusammenbricht, ist Kempo Doll'Arym in der Ausbildung. Er ist der beste Pilot, den es seit langem gab, vielleicht sogar der Stärkste überhaupt. Doch bei seinem Prüfungsflug gerät sein Schulschiff in einen heftigen Struktursturm.

Handlung

Kempo Doll'Arym ist ein junger Charonii von 10 Jahren und lebt auf Aram Tachady. Geistig ist er seinen Altersgenossen haushoch überlegen, doch körperlich hängt er hinterher. Sein wacher Intellekt sorgt dafür, dass er Zweifel an der Schöpfungsgeschichte hegt, die ihm in der Schule indoktriniert wird. Er sucht nach der Wahrheit. Dabei trifft er im Planetarium auf Sheerdurn, einen ehemaligen Strukturpiloten, dessen Gabe durch einen Struktursturm unbrauchbar geworden ist. Der alte Charonii erzählt ihm die Geschichte Charons:

Vor über 10.000 Jahren subjektiver Charon-Zeit existierte in der Milchstraße der Orden der Schutzherren von Jamondi. Dieser wollte das seltene Material Salkrit abbauen, das sich im Goldenen System, im Zentrum der Charon-Wolke befindet. Da ein Eindringen in die vom Strukturgestöber umgebene und durchdrungene Charon-Wolke nicht möglich war, wurden die Motana in Raumhabitaten rund um den Sternhaufen angesiedelt. Die Hoffnung der Schutzherren, dass es dem Psi-begabten Volk gelingen würde, sich an die Bedingungen der Charon-Wolke anzupassen, erfüllte sich. Die Motana entwickelten den Piloten-Sinn und die Piloten-Kraft. Diese Fähigkeiten ermöglichten es den Strukturpiloten, Strukturaugen um die Strukturdolben, wie die Charonii ihre 175 m langen und 50 m dicken Schiffe nennen, aufzubauen und so im Strukturgestöber zu navigieren. Nach und nach emanzipierten sich die Motana-Abkömmlinge, die sich mittlerweile als Charonii bezeichneten, von den Schutzherren. Diese wurden zwar weiterhin mit Salkrit beliefert, aber ansonsten beschränkte sich der Kontakt auf das Nötigste. Die Charonii flogen ihre Habitate in die Charon-Wolke. Fortan lebten auf diesen die Strukturpiloten. Die Charonii, die nicht über die Psi-Gaben verfügen, leben auf Planeten, weil die Nähe zum Strukturgestöber sie schädigen würde.

Für die Bewohner von Charon unvorhergesehen, kam es zum Hyperkokonverschluss durch die Superintelligenz ES. Die Charon-Wolke wurde von Normaluniversum abgeschlossen. Nach einer Katastrophe wurde das Goldene System zur Tabu-Zone erklärt. Unter den Charonii konstituierte sich ein System, das vor allem auf Stabilität setzt.

Eben diese überaus konservative Gesellschaft stört Kempo. Er möchte die Welt verändern, einen Blick aus Charon hinauswerfen, die These, dort sei nichts, widerlegen. Doch das System bremst ihn aus, vor seinem zwölften Lebensjahr wird kein Charonii zur Charon-Prüfung zugelassen, in der seine Eignung zum Strukturpiloten bestimmt wird.

Die Tatsache, dass der Rücksturz der Charon-Wolke in den Normalraum ohne Konsequenzen bleibt, stachelt Kempo nur noch mehr an.

Kempo kommt in die Pubertät, was Sheerdurn in arge Bedrängnis bringt. Kurz vor der Charon-Prüfung büchst der Junge von zu Hause aus, weil er sich mit seinem Vater gestritten hat, der Kempo nach dessen Meinung zu wenig Emotionalität entgegengebracht hat. Sheerdurn gewährt ihm Unterschlupf, unter der Auflage, sich nach drei Tagen mit seinem Vater zu einem klärenden Gespräch zu treffen.

Auf dem zur Charon-Prüfung stattfindenden Rummel verliebt sich Kempo bei einem flüchtigen Kontakt unsterblich in die attraktive Auhara Mey'Deran. Er kann ihr aber nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit widmen, da sie von ihrer – im Gegensatz zu ihr höchst maskulinen – Gouvernante abgeschirmt wird. Das folgende Gespräch Kempos mit seinem Vater Danoit, der überaus erleichtert ist, seinen Sohn wohlbehalten wiederzusehen, fliegt nur so an ihm vorbei. Dank Sheerdurns Beziehungen kann Kempo schnell alles Nötige über Auhara herausfinden. Die Angebetete ist die Tochter von Khal Pif'Deran, einem hochrangigen Diplomaten vom Planeten Bocyn. Doch nicht die Herkunft steht wie eine Mauer zwischen Kempo und Auhara, sondern vielmehr die Gouvernante, die die Schutzbefohlene gegen jeden Verehrer abschirmt. Als Kempo erfährt, dass Auhara eine Veranstaltung im Planetarium besuchen will, bittet er Sheerdurn um Hilfe. Der Alte, der die Lokalität besser kennt als jeder andere, soll ihm helfen. Während Sheerdurn, der soziale Kontakte sonst eher scheut, die Gouvernante ablenkt, zieht Kempo Auhara in eine Besenkammer. Als die beiden wieder herauskommen, ist unverkennbar, dass es zwischen ihnen heftig gefunkt hat. Auhara stellt ihre Bewacherin vor eine Wahl. Entweder sie lässt sie 2 Stunden täglich mit Kempo zusammen sein – ungestört – oder sie wird ausbüchsen. Die Gouvernante stimmt notgedrungen zu, stellt aber eine Bedingung: Sheerdurn soll die Zeit, die die beiden zusammen sind, mit ihr verbringen. Dieser ist, vom Aussehen der Gouvernante abgeschreckt, nicht gerade begeistert, willigt aber ein, als er das stumme Flehen in den Augen des jungen Glücks sieht.

Die Wochen bis zur Charon-Prüfung vergehen wie ihm Flug. Kempo und Auhara sind überglücklich, und auch Sheerdurn erkennt, dass die Gouvernante durchaus eine nette und intelligente Person ist. Schließlich kommt der Tag der Prüfung. Während dieser muss Kempo die Abtastung mit dem Psi-Generator, mit dem die Befähigung als Strukturpilot geprüft wird, zweimal absolvieren. Als die Ergebnisse bekannt werden, am Tag der Tränen, fließen ebendiese in Massen. Zuerst aus Freude, weil Auhara die Prüfung bestanden hat, dann aus Trauer, weil Kempo nicht zu den Berufenen gehört. Während Auhara bei den Doll'Aryms unterkommt, findet Kempo bei ihren Eltern Unterschlupf. Vollkommen frustriert, bricht er alle Beziehungen zu seinem alten Leben ab. Nach einigen Wochen erkrankt Kempo schwer. Sheerdurn besucht seinen Schützling, der dem Tode nahe ist, und erkennt die Wahrheit. Khal Pif'Deran hat die Ergebnisse der Prüfung manipuliert und so Kempos Ernennung zum Strukturpiloten verhindert. Die Motivation des Diplomaten war jedoch keinesfalls die, einen unliebsamen (baldigen) Schwiegersohn loszuwerden, sondern lag vielmehr darin begründet, dass bei Kempo die Explosive Kraft im Übermaß festgestellt wurde. Bei dieser handelt es sich um eine Fähigkeit, die überaus selten auftritt. Sie ermöglicht es dem Betroffenen, das Strukturgestöber zu kontrollieren. Jedoch wendet sie sich meistens auf zerstörerische Weise gegen die Charonii. Sheerdurn und der Gouvernante gelingt es, Kempo zu retten und dessen Aufnahme an der Akademie der Strukturpiloten zu ermöglichen. Kempo lernt schnell und scheint seinen Rückstand zu Auhara aufholen zu können. Nur mit der Aggressionsbewältigung im Rahmen des Baggerball-Spiels hat er seine Probleme, da die Explosive Kraft sich bei ihren Trägern durch gesteigerte Aggressivität zeigt. Dank der Hilfe seines Vaters, der ihm eine Meditationstechnik zeigt, die auf Gesang beruht, kann Kempo jedoch auch dieses Problem meistern und besteht die schwere Prüfung bei Yllay Hor'Boran. Bald darauf steht die Abschlussprüfung an. Auhara, Kempo und ihre Kommilitonen meistern diese anstandslos und dürfen sich fortan Strukturpiloten nennen.

Direkt nach der Prüfung gerät die Strukturdolbe, die unter dem Kommando von Kempos Vater Danoit steht, in einen Struktursturm. Der Linearflug der CELOWEZ muss unterbrochen werden. In unmittelbarer Nähe zum Goldenen System befinden sich Kempo und seine Kumpane inmitten eines Struktursturms.

*

An Bord der VERACRUZ bricht Marc London wegen der Anstrengungen der letzten Tage zusammen. Nach einer kurzen Pause ist er wieder einsatzbereit, was jedoch keine Verbesserung bewirkt. Der Alltag bleibt monoton, es gelingt nicht, Kontakt zu den Charonii herzustellen. Die Monotonie an Bord der VERACRUZ wird unterbrochen, als die BUENOS AIRES mit Reginald Bull und Gucky an Bord eintrifft. Sie bringen einen Datenkristall, den ihnen Cynos auf einem Planeten in Jamondi überlassen haben. Dieser enthält Koordinaten, die einen genau in der Mitte der Charon-Wolke liegenden Ort bezeichnen. Bei einer Lagebesprechung bittet Marc London darum, nach Terra zurückkehren zu dürfen. Seine Bitte wird jedoch abgeschmettert. Hajmo Siderip liest ihm die Leviten und zwingt dem Jungen so neuen Mut auf. Mit dem Willen, notfalls den Einsatz zu erhöhen, reift in Marc ein Plan, um mit den Charonii Kontakt aufzunehmen.

Innenillustration