Braisen

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Die Braisen sind intelligente Vogelwesen vom Planeten Arsyhk. Ihre Zivilisation entsprach etwa dem Stand des terranischen Mittelalters, bevor sie den ersten Kontakt zu raumfahrenden Völkern bekamen. (Atlan 353)

A354 1.JPG
Atlan 354
© Pabel-Moewig Verlag KG
A353Illu.jpg
Braise über Nikhor
Atlan 353 - Innenillustration
© Pabel-Moewig Verlag KG

Erscheinungsbild

Es handelt sich um etwa menschengroße fledermausähnliche Wesen mit Schwingen, die eine Spannweite von mehreren Metern aufweisen. Die Flughäute sind mit hornigen Schuppen bedeckt, die eine schillernde metallische Farbe haben. Sie bestehen aus Hautzellen, die sich bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit vergrößern und überlappen und so das Fliegen ermöglichen. Der Braise verfügt noch über ein Paar Arme, die in Krallenfingern enden, und zwei dünne Beine. Der schlanke Rumpf wird von einem dunklen Pelz bedeckt. (Atlan 353)

Der Kopf hat helle grünlich leuchtende Augen und einen großen Schnabel, der an den eines Raubvogels erinnert, während ihr Mund eher einem Echsenmaul ähnlich sieht. Er ist voller kleiner Zähne, die Zunge ist spitz und hornig. (Atlan 353)

Fähigkeiten

Die Braisen sind die einzig bekannten Lebewesen, die gegen Spercos Gruß der Freundschaft genannte Parafähigkeit immun sind. Zudem sind sie nachtsichtig. (Atlan 353)

Bekannte Braisen

Gesellschaft

Wohnen

Die Braisen lebten in Behausungen, die sie in die riesigen Baumkronen der mehrere hundert Meter hohen Aqiroda-Bäume bauten. Diese Bäume gedeihen an schroff aufragenden Monolithen, die im Garmanago-Land häufig anzufinden sind. Die Städte, die Wolkenstädte genannt wurden, konnten viele tausend Bewohner aufnehmen. Die so genannten Sommerneste waren weniger stabil gebaut, dafür aber leicht wiederaufbaubar. Während der warmen Jahreszeit boten sie den Braisen einen angenehmen Aufenthalt. Die Sommerneste wurden von den Winterstürmen regelrecht zerfetzt. (Atlan 353)

Sitten und Gebräuche

Bevor sie die Volljährigkeit mit 15 Jahren erlangen, werden die Nachkommen der Braisen als Braislinge bezeichnet. Mit der erfolgreichen Absolvierung der Prüfung beim Fest der Sieben Ringe erhalten die Braislinge den Status der Volljährigkeit. Auch dann dürfen die jungen Männer noch an den Wettbewerben teilnehmen. (Atlan 353)

Eine Mischung aus Sprachrohr und Musikinstrument stellt die Kanuka dar. Die aus dem Holz eines bestimmten Baumes gefertigte Kanuka präsentiert sich als langer, dünner Stiel, dessen vorderes Ende aufgewölbt ist. (Atlan 353)

Fest der Sieben Ringe

Bei diesem Wettstreit können die männlichen Braislinge ihr Geschick zur Schau stellen. Das Fest findet bei den Fünf Brüdern statt. Bei einem der Fünf Brüder sind untereinander in einer Reihe sieben Haltevorrichtungen angebracht. In diese Halterungen werden die sieben goldfarbenen Ringe befestigt und zwar derart, dass die Ringe waagerecht vom Felsen wegstehen. Der Abstand der Halterungen zueinander liegt bei jeweils zwei Metern. Der unterste Ring ist also rund zwölf Meter vom obersten entfernt. Die Braislinge müssen bei nur einem einzigen Anflug versuchen, die Ringe aus den Halterungen zu reißen. Das ist nicht einfach, denn an dem Felsen spielt die Thermik verrückt. Mehrwöchige Auswahlkämpfe sorgen für eine Reduzierung des ursprünglich mehrere tausend Braislinge umfassenden Starterfeldes. An der endgültigen Ausscheidung beim Fest der Sieben Ringe nehmen nicht mehr als zwölf Kämpfer teil. (Atlan 353)

Geschichte

Die Braisen lebten in ihren zahlreichen Wolkenstädten. Mit den im Wurzelbereich der Stämme lebenden Squooner unterhielten sie spärliche Handelsbeziehungen. (Atlan 353)

Eines Tages gebar die Frau des Königs Kirstan zwei Söhne – Öpner und Sperco. Ersterer entsprach in späteren Jahren dem Wunschbild eines starken Braisen, letzterer war schmächtig und in den Flügeln verkrüppelt. Öpner galt von Beginn an als der erwünschte Nachfolger des betagten Königs, für Sperco hatte man nur Mitleid oder Spott übrig. Nachdem Öpner beim Fest der Sieben Ringe einen neuen Rekord aufstellte, indem er alle sieben Ringe erbeutete, trainierte sein Bruder heimlich ebenfalls das Fliegen. Dabei stürzte er ab und segelte auf den Boden, wo ihn die Squooner bei sich aufnahmen. Durch seine besondere Fähigkeit, den »Gruß der Freundschaft«, konnte Sperco alle Squooner, die er bewusst berührte, zu seinen ergebenen Dienern machen. Nachdem sein Vater gestorben war, ließ er seine Untertanen die Wolkenstadt Nikhor angreifen, wo gerade die Krönungszeremonie für Öpner stattfand. Der Krüppel erdolchte seinen Erzfeind und schwang sich binnen weniger Jahre zum Herrscher über ganz Arsyhk auf. Braisen, die ihm gefährlich werden konnten, ließ er in einer Nacht der Langen Messer niedermetzeln. (Atlan 353)

Fortan wurden alle wichtigen Positionen der Wolkenstädte von Squoonern besetzt. Nachdem es Sperco gelungen war, sein Reich auf andere Planeten auszudehnen, wurden die Braisen zu seiner Elite-Wachtruppe. Im Laufe der Jahrzehnte wurden sie systematisch zu Dienern des Tyrannen konditioniert – nachdem die Schreckblumen von Far-a-lian entdeckt worden waren, auch spercotisiert. (Atlan 353)

Viele von ihnen wurden auch auf die neue Hauptwelt des Spercoidischen Reiches, Roppoc, umgesiedelt. Da Sperco seinen Untertanen überlegen sein wollte, durfte kein Braise fliegen. Daher wurden bereits den Braislingen die Flügel amputiert. (Atlan 354) Erst durch Atlans Einsatz konnte dieses grausame System abgeschafft werden. Als Sperco den Tod fand und das Spercoidische Reich zusammenbrach, erhielten die Braisen ihre Freiheit zurück, in der ihre Nachkommen ihre Flügel behalten und das Fliegen erlernen konnten.

Quellen

Atlan 353, Atlan 354, Atlan 355