Der letzte Mentalstabile

Aus Perrypedia
(Weitergeleitet von Quelle:PR3389)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Google translator: Translation from German to English.
Google translator: Překlad z němčiny do češtiny.
Google translator: Vertaling van het Duits naar het Nederlands.
Google translator: ドイツ語から日本語への翻訳
Google translator: Traduction de l'allemand vers le français.
Google translator: Tradução do alemão para o português.
3385 | 3386 | 3387 | 3388 | 3389 | 3390 | 3391 | 3392 | 3393

3382 | 3383 | 

3389

 | 3390 | 3391

Überblick
Serie: Perry Rhodan-Heftserie (Band 3389)
PR3389.jpg
© Heinrich Bauer Verlag KG
Innenillustration
Zyklus: PEGASOS
Titel: Der letzte Mentalstabile
Untertitel: Milliardenfaches Leid im und ums Solsystem – ein Häftling wird zum Hoffnungsträger
Autor: Leo Lukas
Titelbildzeichner: Dominic Beyeler
Innenillustrator: Dominic Beyeler (1 x)
Erstmals erschienen: Freitag, 31. Juli 2026
Hauptpersonen: Ziran Morgenweg, Faragor, Quirem Puúntal, Coralynn DeWitt, Flint Cole
Handlungszeitraum: 1. Januar – 12. Dezember 2256 NGZ
Handlungsort: Sol-System, Terra, Damona, Nosmo
Perry Rhodan-Fanszene:

Ausgabe 98

Glossar: Liga / Moynhatta, Olga / Wanderpflanzen / Yodoren
Zusätzliche Formate: E-Book,
Hörbuch
Leseprobe: Leseprobe.png © Heinrich Bauer Verlag KG
Hörprobe: Hörprobe.png © Eins A Medien GmbH, Köln

Handlung

1. bis 8. Januar 2256 NGZ. Im griechischen Ermousepolis auf der Insel Syros erwartet der Terraner Eron Kärkkeläinen gemeinsam mit seiner Frau Iljana die Geburt ihres ersten Kindes. Als sich Komplikationen abzeichnen und eine Steißgeburt droht, wird Iljana in die Hippokrates-Klinik gebracht. Dort kommt ihr Sohn Iljon zur Welt. Eron erleidet während der Geburt einen Kreislaufkollaps, während Mutter und Kind den Eingriff unbeschadet überstehen.

Bereits in den ersten Tagen fällt den Eltern auf, dass Iljon ungewöhnlich still ist. Der Säugling schreit nicht und gibt keinerlei Laute von sich, beobachtet seine Umgebung jedoch mit geöffneten Augen. Medizinische Untersuchungen ergeben weder körperliche noch neurologische Auffälligkeiten. Die Eltern hoffen zunächst, dass es sich lediglich um eine ungewöhnliche Eigenart ihres Sohnes handelt.

Ihr Nachbar, der ferronische Hyperphysiker Faragor, berichtet Eron von einer besorgniserregenden Entwicklung. Einer Untersuchung zufolge treten seit dem 25. Dezember 2255 NGZ im Solsystem vermehrt Konzentrationsstörungen auf. Betroffene verlieren zeitweise den Faden ihrer Gedanken und lassen sich ungewöhnlich leicht ablenken. Die Beobachtungen beschränken sich nicht auf ältere Menschen, sondern betreffen auch jüngere Bewohner. Faragor hält einen Zusammenhang mit der Anwesenheit der Superintelligenz ES im Solsystem für wahrscheinlich, kann diesen jedoch noch nicht nachweisen. Auch Iljons ungewöhnliches Verhalten könnte damit zusammenhängen.

Ende Januar 2256 NGZ. Die terranische Kosmopsychologin Quirem Puúntal kehrt von einem Kurzurlaub auf dem Uranusmond Ariel zur Justizvollzugsanstalt Rakiura zurück. Die Gefängnisinsel liegt südlich von Neuseeland und beherbergt vorwiegend Straftäter, für die ein gelockerter Vollzug infrage kommt. Quirem ist dort als leitende psychologische Betreuerin tätig. Ihre Cyberaugen und die Verbindung zu NATHAN helfen ihr unter anderem dabei, Personen zu identifizieren, deren Namen sie sich nur schwer merken kann.

Zu ihren neuen Schützlingen gehört Flint Cole, der ehemalige Vizepräsident des Wylon-Hypertech-Konzerns und einstige Vertraute von John Wylon. Cole war in die Machenschaften der Legaten verwickelt, hatte sich schließlich jedoch gegen sie gewandt. Die juristische Beratung über seine mögliche Mitschuld oder Mittäterschaft an der Vernichtung von SH-CETUS ist auf unbestimmte Zeit vertagt. Aufgrund seiner Kooperation und seines bisherigen Verhaltens wurde er in den gelockerten Strafvollzug verlegt.

Quirem begegnet Cole mit Vorsicht. Der ehemalige Konzernmanager besitzt eine ausgeprägte persönliche Ausstrahlung und versteht es, seine Gesprächspartner für sich einzunehmen. Er beteuert, seine früheren Verfehlungen zu bereuen und sich wieder in die Gesellschaft eingliedern zu wollen. Auf Rakiura darf er sich mit wenigen Einschränkungen frei bewegen und gemeinnützige Tätigkeiten übernehmen.

Während des Gesprächs erleidet Quirem plötzlich heftige Kopfschmerzen. Sie vermutet zunächst eine Nachwirkung ihres Urlaubs. Cole erkundigt sich nach ihrem Befinden, worauf sie das Gespräch auf die zunehmenden Konzentrationsstörungen im Solsystem lenkt. Die Beschwerden werden mittlerweile als Sonderform des Psionisch Induzierten Aufmerksamkeits-Defizits, kurz PIAD, bezeichnet. Cole verneint, selbst auffällige Symptome zu verspüren. Auch eine Mentalstabilisierung habe er nicht erhalten.

Quirem fällt auf, dass Cole sie zum Abschied mit ihrem akademischen Grad anspricht, obwohl sie diesen im Gespräch nicht erwähnt hat. Sie kann sich seine Kenntnis allerdings durch öffentlich zugängliche Informationen über ihre Person erklären.

In den folgenden Tagen verstärken sich Quirems Kopfschmerzen. Gewöhnliche Schmerzmittel bleiben wirkungslos, schließlich wird sie dienstunfähig. In der medizinischen Abteilung von Rakiura trifft sie auf die ebenfalls unter heftigen Schmerzen leidende Strafgefangene Coralynn DeWitt.

DeWitt ist eine ehemalige USO-Agentin, die nach einem fehlgeschlagenen Einsatz und ihrer späteren Enttarnung als Maulwurf im Dienst von Celina »Cassandra« Bogarde wegen Geheimnisverrats zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Obwohl sie ihre Schuld grundsätzlich anerkennt, macht sie die USO weiterhin für ihre persönliche Entwicklung und ihren Absturz verantwortlich.

Der araische Chefarzt Gulnoyn-Wrok kann bei beiden Frauen keine organischen Ursachen für die Schmerzen feststellen. Quirem weist darauf hin, dass sie und DeWitt die einzigen Mentalstabilisierten auf Rakiura sind. Eine daraufhin vorgenommene systemweite Abfrage bestätigt den Zusammenhang: Mentalstabilisierte leiden überall im Solsystem unter vergleichbaren, zunehmend unerträglichen Kopfschmerzen.

Februar bis April 2256 NGZ. Faragor hält am Terrania Institute of Technology eine Lehrveranstaltung ab. Bereits zu Beginn zeigt sich, wie stark PIAD den wissenschaftlichen Alltag beeinträchtigt. Die Studenten lassen sich ständig ablenken, verlieren den Zusammenhang ihrer Gedanken und geraten in immer neue Diskussionen.

Eine Studentin äußert die Vermutung, dass sich ES nicht ausschließlich im Bioplasma des NEXUS auf Luna aufhält, sondern zusätzlich an die Bewusstseine der Bewohner des Solsystems klammert. Der NEXUS fungiert nach den bisherigen Erkenntnissen als gegenwärtiger Anker der Superintelligenz.

Faragor versucht, die Diskussion wieder auf das eigentliche Seminarthema zurückzuführen, wird jedoch selbst zunehmend von den Konzentrationsstörungen erfasst. Schließlich erreicht ihn die Nachricht, dass sämtliche Lehrveranstaltungen des Instituts wegen der sich verschärfenden Krise bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Auch die wissenschaftliche Forschung kommt weitgehend zum Erliegen.

In den folgenden Wochen verstärken sich die Auswirkungen von PIAD kontinuierlich. Untersuchungen zeigen, dass die Betroffenen weder ihre Intelligenz noch ihr Erinnerungsvermögen verlieren. Vielmehr nimmt ihre Fähigkeit ab, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gedanken oder eine Tätigkeit zu richten. Selbst einfache Aufgaben können dadurch kaum noch zuverlässig erledigt werden.

Faragor beobachtet die Veränderungen auch an sich selbst. Er verliert während alltäglicher Beschäftigungen den Faden, schweift in gedankliche Nebensächlichkeiten ab und benötigt immer größere Anstrengungen, um sich auf wissenschaftliche Probleme zu konzentrieren. Technische Erinnerungsfunktionen können seine Ausfälle nur teilweise ausgleichen.

Auch die Familie Kärkkeläinen leidet unter der Situation. Iljon entwickelt sich körperlich normal, bleibt jedoch weiterhin vollkommen still und reagiert kaum auf seine Umgebung. Eron und Iljana erwägen deshalb, das Solsystem zu verlassen und zu Verwandten auf Lepso überzusiedeln. Sie hoffen, ihren Sohn auf diese Weise vor den Folgen von PIAD schützen zu können.

Faragor erläutert ihnen die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse. Die Bewusstseinsbestandteile von ES befinden sich nicht allein in technischen Einrichtungen wie dem NEXUS, sondern in den Gehirnen nahezu sämtlicher Bewohner des Solsystems. Nur Mentalstabilisierte bleiben von dieser unmittelbaren Beeinflussung verschont.

Die Superintelligenz hat im Verlauf ihrer jüngeren Geschichte zahlreiche schwere Veränderungen erlitten. Dazu gehören die Abspaltung TALINS, die Fragmentierung durch den Thez, der abgebrochene Heilungsprozess, der Verlust von Mentalsubstanz nach der Perforierung der Yodor-Sphäre und das weitere Verwehen von Bewusstseinsbestandteilen während der Reise zum Solsystem. Die einst über lange Zeiträume zu einem Kollektiv vereinten Einzelbewusstseine können offenbar nicht mehr ausreichend koordiniert zusammenwirken.

Nach Einschätzung Faragors und anderer Experten befindet sich ES in einer Art Panik-Selbsterhaltungsmodus. Die zersplitterten Bewusstseinsbestandteile suchen Halt in den Gehirnen der Solsystembewohner. Ihre Anwesenheit überfordert jedoch die menschlichen und außerirdischen Bewusstseine und verursacht die als PIAD bezeichneten Störungen.

Ein Verlassen des Solsystems würde die Betroffenen von der unmittelbaren Anwesenheit der ES-Bestandteile befreien. Diese bleiben nicht dauerhaft an ihre Wirte gebunden, sondern lösen sich beim Verlassen des Systems von ihnen und verwehen nach kürzerer oder längerer Zeit im Hyperraum. Allerdings drohen den ehemaligen Trägern Entzugserscheinungen, wie sie bereits von den Bewohnern der Yodor-Sphäre bekannt sind.

Faragor rät Eron und Iljana deshalb zur Vorsicht. Insbesondere für ihren Sohn ist nicht abzusehen, welche Auswirkungen eine Übersiedlung haben könnte.

Außerhalb des TERRANOVA-Schirms sammeln sich unterdessen immer mehr Raumschiffe mit ehemaligen Bewohnern der Yodor-Sphäre. Sie leiden unter der Trennung von ES und verlangen Zugang zum Solsystem. Innerhalb des Schirms verschlechtert sich die Situation dagegen durch die zunehmende Belastung der Bevölkerung mit ES-Bewusstseinsbestandteilen.

Mai bis Oktober 2256 NGZ. Nachdem deutlich geworden ist, dass Mentalstabilisierte zwar nicht unter den gewöhnlichen PIAD-Symptomen leiden, dafür jedoch nach längerem Aufenthalt im Solsystem von unerträglichen Kopfschmerzen betroffen sind, wird Coralynn DeWitt vorzeitig aus der Haft entlassen.

Quirem Puúntal hat sich für ihre Entlassung eingesetzt. Beide Frauen verlassen gemeinsam das Solsystem und kehren nach etwa einem Monat zurück. Coralynn möchte sich aus Dankbarkeit für die erhaltene Unterstützung auf Rakiura nützlich machen. Zugleich sucht sie erneut die Nähe zu Flint Cole, mit dem sie bereits während ihrer Haft längere Gespräche geführt hat.

Cole erweist sich weiterhin als außergewöhnlich widerstandsfähig gegenüber PIAD. Obwohl er nicht mentalstabilisiert ist, bleibt er von den schwerwiegenden Beeinträchtigungen verschont und verspürt lediglich gelegentlich schwache Symptome, die er problemlos ignorieren kann. Eine Erklärung für seine Sonderstellung gibt es nicht.

Zwischen Cole und DeWitt entwickelt sich ein enges Vertrauensverhältnis. Sie sprechen über ihre Vergangenheit, persönliche Verluste und die fortschreitende Krise. Cole beteuert, seine früheren Fehler erkannt zu haben und zu bereuen. Coralynn, die ihm anfangs mit erheblichem Misstrauen begegnet ist, gelangt allmählich zu der Überzeugung, dass er es ernst meint.

Cole leidet unter der Trennung von seiner Familie. Seine Frau Ruby hält vor allem wegen der Scheidung Kontakt zu ihm, während er mit seiner Tochter Jade regelmäßig kommuniziert. Besonders schmerzt ihn, dass ihn sein Sohn Jasper seit seiner Inhaftierung nicht besucht hat. Dennoch macht er seinem Sohn keine Vorwürfe.

Spätestens zur Jahresmitte hat sich PIAD zu einer existenziellen Bedrohung für das gesamte Solsystem entwickelt. Die Bevölkerung kann ihren Alltag kaum noch eigenständig bewältigen. Regierungen und Behörden müssen zunehmend auf NATHANS Unterstützung zurückgreifen, während die Verantwortlichen angesichts der Krise nur eingeschränkt handlungsfähig sind.

Die mentalstabilisierten Regierungsmitglieder und andere Verantwortungsträger haben das Solsystem inzwischen verlassen. Ihre Aufenthaltsorte werden geheim gehalten, unter anderem weil befürchtet wird, dass einzelne Raumschiffe oder größere Verbände der Sphärenflotte ihnen folgen und Druck auf sie ausüben könnten.

NATHAN überwacht und unterstützt nahezu sämtliche Lebensbereiche. Der Großrechner ist nicht mehr auf seine ursprünglichen Anlagen auf Luna beschränkt, sondern besitzt eine weitgehend dezentralisierte Struktur. Teile seiner selbst sind in zahllose miteinander vernetzte Rechenanlagen, Positroniken und andere technische Systeme integriert.

Als juristisch anerkannte Person und Bürger der Liga Freier Galaktiker verfügt NATHAN über eine eigene Ethik und einen daraus abgeleiteten moralischen Verhaltenskodex. Sein Selbsterhaltungstrieb hat zur Entwicklung eines dezentralen Aufbaukonzepts geführt, mit dem er sowohl sich selbst als auch die Bewohner des Solsystems vor künftigen Bedrohungen schützen will.

NATHAN selbst ist nicht von PIAD betroffen. Er übernimmt immer mehr Aufgaben, die die Bewohner des Solsystems nicht länger selbstständig ausführen können, und schützt sie vor unmittelbaren Gefahren. Die nachlassende Konzentrationsfähigkeit und die damit verbundene Einschränkung der geistigen Selbstständigkeit kann jedoch auch er nicht beheben.

Bei einem ihrer Gespräche spricht Cole mit Coralynn über die Frage, welche Opfer zur Erreichung bestimmter Ziele gerechtfertigt sein könnten. Seine Überlegungen beschäftigen die ehemalige Agentin noch lange.

Unterdessen hat sich für Mentalstabilisierte eine regelmäßige Abfolge von Aufenthalten innerhalb und außerhalb des Solsystems etabliert. Nach etwa vier bis fünf Wochen müssen sie das System verlassen und sich ungefähr ebenso lange außerhalb regenerieren, bevor sie zurückkehren können.

Quirem und Coralynn verbringen einen Teil dieser erzwungenen Aufenthalte auf dem Planeten Damona. Quirem schließt sich dort den Forschungsbemühungen zur Behandlung von PIAD an, während Coralynn sie unterstützt. Trotz großer Anstrengungen bleiben entscheidende medizinische Fortschritte aus.

Cole betrachtet die Situation zunehmend als unhaltbar. Außerhalb des TERRANOVA-Schirms leiden Milliarden Lebewesen unter der Sehnsucht nach ES, während innerhalb des Schirms Milliarden durch die übermäßige Anwesenheit seiner Bewusstseinsbestandteile beeinträchtigt werden. Ein einfacher Bevölkerungsaustausch wäre wegen der gewaltigen logistischen und politischen Schwierigkeiten nicht durchführbar.

Gleichzeitig gibt Cole zu bedenken, dass auch ein endgültiges Verschwinden von ES einen kaum wiedergutzumachenden Verlust darstellen würde.

Coralynn empfindet ihre Situation zunehmend als unbefriedigend. Obwohl sie Quirem bei deren Bemühungen unterstützt, möchte sie wieder eine Aufgabe übernehmen, bei der sie ihre eigenen Fähigkeiten einsetzen und unabhängig handeln kann.

Als sie das Solsystem erneut verlassen muss, reist sie deshalb nicht nach Damona, sondern zum Planeten Nosmo. In Absprache mit Cole übernimmt sie einen geheimen Auftrag, der an ihre frühere Tätigkeit für die USO anknüpft.

Ihr Ziel ist der nosmonische Privatgelehrte Remre Vakulee. Der Wissenschaftler gilt als paranoid und technikskeptisch. Er misstraut insbesondere den weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten moderner Technologien und lehnt staatliche Eingriffe in seine Privatsphäre ab.

Vakulee hat sich nach verschiedenen erfolglosen Versuchen, seine Forschungsvorhaben zu finanzieren, auch an Wylon Hypertech gewandt. Dort behauptete er, eine neuartige Tarntechnologie entwickelt zu haben. Flint Cole hält es für möglich, dass seine Arbeiten für die gegenwärtige Krise von Bedeutung sein könnten.

Coralynn sucht mehrere Wochen lang nach dem zurückgezogen lebenden Wissenschaftler. Sie vermutet, dass sich Vakulee aufgrund seines Misstrauens gegenüber technischen Überwachungssystemen einer verschwiegenen Gemeinschaft Gleichgesinnter angeschlossen hat.

Schließlich gelingt es ihr, über den Nosmoner Kurto Melband Kontakt zu einer solchen Gemeinschaft herzustellen. Ihre Mitglieder legen größten Wert auf Privatsphäre und bezeichnen ihren Anführer als Meister der Stille.

Melband führt Coralynn unter aufwendigen Vorsichtsmaßnahmen in ein abgelegenes Höhlensystem. Dort befindet sich der Konvent der Stille, dessen Mitglieder sich weitgehend von der überwachten Außenwelt abgeschottet haben. Tatsächlich handelt es sich bei ihrem Anführer um Remre Vakulee.

Der Wissenschaftler erläutert Coralynn die Grundlagen seiner Tarntechnologie. Anders als herkömmliche Deflektoren soll sie ihren Träger nicht unsichtbar machen. Stattdessen nutzt sie aus, dass selbst hochentwickelte Überwachungssysteme große Mengen an Informationen nach ihrer Bedeutung filtern müssen.

Vakulees sogenannte Belanglosigkeitsfelder beeinflussen diese Auswahlprozesse. Eine Person innerhalb eines solchen Feldes kann von Sensoren weiterhin erfasst werden, wird von den überwachenden Systemen jedoch als unbedeutend eingestuft. Ihre Wahrnehmung wird dadurch gewissermaßen unterdrückt, solange keine außergewöhnlichen Ereignisse die Aufmerksamkeit auf sie lenken.

Mehrere dieser Felder lassen sich miteinander kombinieren, sodass ganze Gruppen oder Bereiche von der Aufmerksamkeit technischer Überwachungssysteme abgeschirmt werden können. Die Tarnung besitzt allerdings Grenzen. Außergewöhnliches Verhalten oder andere auffällige Reize können die unterdrückte Aufmerksamkeit wieder hervorrufen. Die Träger müssen deshalb weiterhin Vorsicht walten lassen.

Auf der Erde hat Vakulee bereits ein verborgenes Netzwerk aus Verstecken, Techniklagern und Transmittern eingerichtet, das sich der Überwachung durch NATHAN entziehen soll. Coralynn erkennt die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben könnten.

Während ihres Aufenthalts auf Nosmo verfolgt sie weiterhin die Nachrichten aus dem Solsystem. Dort ist Flint Cole inzwischen zu einer bekannten Medienfigur geworden. Seine geringe Beeinträchtigung durch PIAD verschafft ihm eine Sonderstellung, die in der Öffentlichkeit zunehmend Aufmerksamkeit erregt.

Cole äußert Zweifel daran, dass die Verantwortlichen die Krise noch beherrschen. Er wirft die Frage auf, ob die seit dem 25. Dezember 2255 NGZ geborenen Kinder durch die Anwesenheit von ES dauerhaft geprägt worden sind und das Solsystem möglicherweise niemals ohne schwerwiegende Folgen verlassen können.

Zudem kritisiert er die Abwesenheit der Zellaktivatorträger und anderer wichtiger Verantwortungsträger. Er fordert Auskunft darüber, ob Perry Rhodan tatsächlich einen Plan zur Beendigung der Krise besitzt oder ob die Bevölkerung ohne ausreichende Informationen ihrem Schicksal überlassen wird.

Mit seinen öffentlichen Auftritten gewinnt Cole zahlreiche Anhänger, während Coralynn ihre Mission auf Nosmo fortsetzt.

28. bis 30. November 2256 NGZ. Faragor ist inzwischen so schwer von PIAD betroffen, dass er seinen wissenschaftlichen Aufgaben kaum noch nachgehen kann. Während eines Aufenthalts in Ermousepolis beobachtet er, wie die Menschen zunehmend unzusammenhängend handeln und sich ständig von ihren eigentlichen Tätigkeiten ablenken lassen.

Auch NATHANS umfassende Unterstützung kann die fortschreitende geistige Beeinträchtigung der Bevölkerung nicht verhindern. Der Großrechner greift zwar bei unmittelbarer Gefahr ein und übernimmt viele alltägliche Aufgaben, kann den Betroffenen jedoch ihre Fähigkeit zu eigenständigem, zielgerichtetem Denken nicht zurückgeben.

Als Faragor nach Hause zurückkehrt, erwartet ihn die kleinwüchsige USO-Agentin Leni Hazard. Sie gehört dem Volk der Siganesen an und möchte den Hyperphysiker für einen geheimen Einsatz gewinnen.

Faragor lehnt zunächst ab. Aufgrund seiner fortgeschrittenen PIAD-Erkrankung hält er sich nicht mehr für fähig, wissenschaftlich anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen.

Hazard bietet ihm daraufhin eine Mentalstabilisierung an. Der Eingriff schützt vor den unmittelbaren Auswirkungen von PIAD, bringt jedoch die bekannten Einschränkungen mit sich: Faragor wird sich künftig nur noch etwa einen Monat ununterbrochen im Solsystem aufhalten können, bevor er es zur Regeneration wieder verlassen muss.

Da die Behandlung die einzige erkennbare Möglichkeit darstellt, seine geistigen Fähigkeiten zurückzugewinnen, erklärt er sich grundsätzlich einverstanden. Hazard paralysiert ihn, um seinen Transport in eine geheime Forschungseinrichtung zu ermöglichen.

Nach dem Erwachen erläutert sie ihm die Risiken der Mentalstabilisierung. Die Behandlung ist aufwendig, führt nach den bisherigen Erfahrungen jedoch nur äußerst selten zu bleibenden Hirnschäden. Faragor willigt endgültig ein.

Als er nach dem Eingriff erneut erwacht, sind seine PIAD-Symptome verschwunden. Er kann erstmals seit langer Zeit wieder klar denken und seine Gedanken ohne ständige Ablenkung verfolgen.

Nun offenbart Hazard den eigentlichen Grund für seine Rekrutierung.

Von den fünf Hüterinnen der Superintelligenz ES befinden sich Toio Zindher und ihre Tochter Shinae Zindher-Bull auf einer Fernmission. Shema Ghessow und Farye Sepheroa halten sich weiterhin im Solsystem auf, ebenso Xenia Biefang.

Biefang trägt seit mehr als 150 Jahren einen Mentalarchitektur-Prozessor immateriell in ihrem Bewusstsein. Der Prozessor soll sich nach Abschluss der Rekonstituierung von ES aus ihrem Geist lösen und im Standarduniversum materialisieren.

Aufgrund der fortschreitenden Schwächung der Superintelligenz droht diese Materialisierung jedoch bereits in naher Zukunft einzusetzen. Der Prozessor besitzt die Gestalt eines komplexen, aus zahlreichen Strukturen aufgebauten Kubus mit einer Kantenlänge von ungefähr 300 Metern. Würde er sich innerhalb von Biefangs Körper materialisieren, hätte dies die sofortige Vernichtung der Hüterin und ihrer unmittelbaren Umgebung zur Folge.

Die bisherigen Untersuchungen werden durch erhebliche Störstrahlungen erschwert. Schon die beginnenden Materialisierungseffekte beeinträchtigen oder zerstören die eingesetzten Positroniken, sodass eine gefahrlose Untersuchung aus der Distanz nicht möglich ist.

Auch ein Verlassen des Solsystems kommt für Biefang nicht infrage. Die Nähe zu ES verzögert die Materialisierung des Prozessors noch. Ohne diesen Einfluss würde die Katastrophe vermutlich unmittelbar eintreten.

Hazard erklärt Faragor, dass die USO seine Kenntnisse der Hyperphysik benötigt, um eine Möglichkeit zur Rettung Biefangs zu finden. Der Wissenschaftler erkennt die Tragweite der Bedrohung und erklärt sich zur Mitarbeit bereit.

12. Dezember 2256 NGZ. Ziran Morgenweg, ein Yodore und Kommandant des Kobraraumers VAYOK, leidet schwer unter dem Entzug von ES. Wie die übrigen ehemaligen Bewohner der Yodor-Sphäre empfindet er eine nahezu unerträgliche Sehnsucht nach der Superintelligenz, deren Anwesenheit über lange Zeiträume ein selbstverständlicher Bestandteil seines Lebens gewesen ist.

Die Schiffe der Yodoren sind nach dem Vorbild ihrer arachnoiden Vorfahren gestaltet. An Bord der VAYOK befindet sich ein Pyondur genannter organisch-technischer Bordrechner. Er ermöglicht den Austausch von Informationen, Gedankenbildern und Bewusstseinsinhalten zwischen den angeschlossenen Yodoren. Das dadurch zeitweise gebildete Kollektivbewusstsein wird als Intermentum bezeichnet.

Aufgrund des hohen Alters des Intermentums seines Schiffs und seiner Stellung innerhalb der Flotte besitzt Ziran beträchtlichen Einfluss. Er gehört zwar nicht zu den obersten Entscheidungsträgern der Yodoren, verfügt jedoch über einen bedeutenden Handlungsspielraum.

Um die Entzugserscheinungen zu lindern, haben Ziran und seine Besatzung versucht, mithilfe des Pyondurs eine intensivere geistige Verbindung herzustellen. Dabei gelingt es ihnen kurzfristig, einen gemeinsamen Bewusstseinszustand zu erreichen, der an die frühere Geborgenheit innerhalb der ES-Gemeinschaft erinnert.

Die Verbindung erweist sich jedoch als instabil. Besonders heftige körperliche und psychische Reaktionen zwingen die Yodoren, die Versuche abzubrechen. Die Sehnsucht nach ES bleibt bestehen.

Ziran erinnert sich an die Ereignisse vom 25. Dezember 2255 NGZ. Damals gelang es Perry Rhodan und seinen Begleitern, ES durch eine Lücke im TERRANOVA-Schirm ins Solsystem zu bringen. Anschließend wurde die Barriere erneut geschlossen, sodass die außerhalb des Systems verbliebenen Bewohner der Yodor-Sphäre weiterhin von der Superintelligenz abgeschnitten blieben.

Die Terranerin Melike Lapotaire forderte daraufhin vom Liga-Verteidigungsminister Maciej Temmister, den Schirm zu öffnen. Andernfalls würden zahlreiche Schiffe mit ES-Süchtigen in die Barriere fliegen. Die Liga verweigerte die Öffnung. Elf Raumschiffe gingen beim anschließenden Versuch verloren, den TERRANOVA-Schirm zu durchdringen. Auch Besatzungsmitglieder anderer Schiffe starben oder erlitten schwere Verletzungen.

Nach Zirans Kenntnis hielt die amtierende Residentin Moynhatta an der Abriegelung fest, um im Sinne der NATHAN-Utopisten die sogenannte Reinheit des lunaren Großrechners zu bewahren. Ziran betrachtet diese Entscheidung als verhängnisvollen Fehler, weiß jedoch zugleich, dass auch die Bewohner des Solsystems inzwischen schwer unter der Anwesenheit von ES leiden.

Mittlerweile ist die Flüchtlingsflotte vor dem TERRANOVA-Schirm auf etwa 27,8 Millionen Raumschiffe angewachsen. Die Versorgung der unzähligen Lebewesen bereitet zunehmend Schwierigkeiten. Während große Einheiten wie die VAYOK über umfangreiche Vorräte und eigene Versorgungseinrichtungen verfügen, geraten die Besatzungen kleinerer Schiffe immer häufiger in Not.

Zugleich verschärfen sich die Spannungen zwischen den Flüchtlingen und der Liga Freier Galaktiker. Einige Gruppen radikalisieren sich und verlangen gewaltsame Maßnahmen, um eine Öffnung des Schirms zu erzwingen.

Als der mehandorische Handelsraumer RENGO VI das Solsystem verlässt, wird er von mehreren Einheiten der Sphärenflotte angegriffen. Die Angreifer verbreiten die Parole, dass Widerstand geleistet werden müsse, und wollen den Handel mit dem Solsystem unterbinden, um zusätzlichen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben.

Die RENGO VI versucht zu fliehen und verteidigt sich gegen die Angreifer. Dabei wird eines der attackierenden Schiffe zerstört.

Ziran beobachtet den Zwischenfall von der VAYOK aus. Er verurteilt den Angriff als Terrorakt und beschließt, dem bedrohten Handelsraumer beizustehen. Als die übrigen Schiffe nicht eingreifen, befiehlt er, die Waffen der VAYOK einsatzbereit zu machen und die RENGO VI zu unterstützen.

Durch das Eingreifen des Kobraraumers verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Mehandor. Die Angreifer eröffnen daraufhin auch das Feuer auf die VAYOK. Ziran lässt sich jedoch nicht zum Rückzug bewegen, bis die RENGO VI entkommen kann.

Kurz darauf erhält er einen Funkruf des geretteten Schiffs. Zu seiner Überraschung meldet sich Shema Ghessow, eine der Hüterinnen von ES. Sie bedankt sich für seine Unterstützung und bittet um ein persönliches Treffen.

Während des anschließenden Gesprächs erläutert Shema die verfahrene Lage. Außerhalb des Solsystems leiden Milliarden Lebewesen unter den Entzugserscheinungen nach dem Verlust von ES, während innerhalb des Schirms die übermäßige Anwesenheit der Bewusstseinsbestandteile zu PIAD führt.

Die Zahl der ES-Bewusstseinssplitter übersteigt die Zahl der Solsystembewohner erheblich. Jeder Betroffene trägt deshalb zahlreiche dieser Bestandteile in sich. Wird das Solsystem verlassen, lösen sich die Splitter von ihren Trägern und verwehen schließlich im Hyperraum. Eine dauerhafte Übertragung auf ehemalige Bewohner der Yodor-Sphäre ist auf diese Weise nicht möglich.

Shema erklärt, dass ein einfacher Bevölkerungsaustausch auch aus wirtschaftlichen, organisatorischen, politischen und humanitären Gründen nicht durchführbar wäre. Die Suche nach einer tragfähigen Lösung gestaltet sich entsprechend schwierig.

Sie berichtet zudem, dass Perry Rhodan und weitere Hüterinnen von ES außerhalb des Solsystems unterwegs sind, um Möglichkeiten zur Beendigung der Krise zu finden.

Schließlich unterbreitet Shema dem Yodoren ein Angebot. Ziran soll sie ins Solsystem begleiten und dort als Vermittler zwischen den Bewohnern des Systems und den Besatzungen der Sphärenflotte auftreten. Aufgrund seiner Stellung und seiner Erfahrungen hält sie ihn für geeignet, das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Ziran erkennt darin eine Möglichkeit, selbst zur Überwindung der Krise beizutragen. Er nimmt das Angebot an und überträgt das Kommando der VAYOK seinem Ersten Offizier. Anschließend begibt er sich an Bord der RENGO VI, um Shema Ghessow bei ihrer Rückkehr ins Solsystem zu begleiten.

Innenillustration