Jörg Breiskoll

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Jörg Breiskoll gehörte zu den von den Solanern abstammenden Betschiden und war ein Nachfahre von Bjo Breiskoll. Von den anderen Betschiden wurde er manchmal »Kater« genannt.

Erscheinungsbild

PR1052.jpg
Heft: PR 1052
© Pabel-Moewig Verlag KG

Er war schlank, fast schmächtig. Auf seinem Körper saßen einzelne rotbraune Fellbüschel. Wie alle Betschiden hatte er eine Buhrlo-Narbe. (PR 1001)

Wie Bjo Breiskoll verfügte er über eine katzenhafte Gewandtheit. Seine Bewegungen wirkten geschmeidig. Er war stärker als alle anderen Betschiden und konnte viel schneller laufen als diese, insbesondere wenn er sich auf alle Viere niederließ. Das machte er normalerweise nur, wenn er von niemandem gesehen werden konnte. Wenn er erregt oder ärgerlich war, fauchte er gelegentlich wie eine Katze. (PR 1001)

Charakterisierung

Breiskoll hatte nach eigenen Angaben manchmal »Witterungen«, bei denen es sich möglicherweise um Parafähigkeiten handelte. So konnte er die Anwesenheit von Douc Langur spüren, der sich im Schutze eines Deflektorfeldes im Dorf der Betschiden befand. Breiskoll verehrte Surfo Mallagan wie keinen anderen Jäger. Breiskoll sowie Lerana Forrun und Djin Dokkar, seine engsten Freunde, lernten von Mallagan, Brether Faddon und Scoutie, wie man sich im Dschungel Chircools behauptete, ohne sich die Natur zum Feind zu machen. (PR 1001)

Geschichte

Einer seiner Jagdlehrer war Walis Emerson. (PR 1052)

Drei oder vier Jahre vor 424 NGZ fand Jörg Breiskoll im Dschungel eine Pflanze, die er später Kritzel nannte, weil sie seine Gedanken auf ihren Blättern abbilden konnte. (PR 1052)

Im Jahre 424 NGZ war Jörg 15 Chircool-Jahre alt. (PR 1001) Das entspricht einem Alter von ungefähr 20 Jahren nach Terra-Standardzeit. (PR 1053) Er gehörte zu einer sechsköpfigen Gruppe junger Jägerinnen und Jäger, die noch nicht an der ersten Jagd nach der Regenzeit teilnehmen durften. Sie sollten sich zuvor einem von Claude St. Vain durchgeführten Initiationsritual unterziehen, welches darin bestand, dass der »Kapitän« den jungen Betschiden Informationen über die Vergangenheit ihres Volkes gab und ihnen sagte, dass sie nicht in einem Raumschiff lebten, sondern auf einem Planeten. Dies gehörte zwar zum Ritual, St. Vain selbst vertrat jedoch das Dogma vom Leben in einem Schiff. Jörg, Lerana und Djin waren sich längst der Tatsache bewusst, dass die meisten Betschiden in einem Zustand der Selbsttäuschung lebten. Sie hatten schon oft mit den drei älteren Jägern über dieses Thema gesprochen. Jörg warf St. Vain vor, der Kapitän und seine Anhänger hätten nur Angst vor der Wahrheit. Lerana und Djin vertraten dieselbe Meinung. Alle drei wurden daraufhin vom Ritual ausgeschlossen. Jörg kam auf die Idee, den Kapitän abzusetzen. Das gefie Djin nicht; er wollte zur Jagd zugelassen werden. (PR 1001)

Mit seinen besonderen Sinnen hatte Jörg schon in der Hütte des Kapitäns die Anwesenheit einer unsichtbaren fremden Person gespürt. Er folgte dieser Witterung in den Dschungel. Lerana und Djin hefteten sich an seine Fersen. Im Dschungel verlor Jörg die »Witterung«. Die drei jungen Leute wurden im Dschungel von sechs Chircools angegriffen. Jörg tötete drei mit Pfeil und Bogen, zweien brach er das Genick. Lerana erlegte das letzte Raubtier mit ihrem Messer. Djin trug im Kampf mehrere Wunden davon. Wenig später stießen die Freunde auf fünf weitere Chircools, die einen Jaguar gerissen hatten, und töteten auch diese Tiere. Lerana meinte, der Jaguar müsse schon geschwächt gewesen sein. Djin verhielt sich seltsam und sprang in einen reißenden Fluss. Er begann zu toben, nachdem er von Jörg aus den Fluten gerettet worden war, und lief davon. Jörg musste ihn einfangen. In dieser Situation griff eine dritte, aus zehn Chircools bestehende Rotte an. Jörg konnte die Tiere abhängen und den schwer verletzten Djin ins Dorf bringen. Djin hörte auch dort nicht auf zu toben und wurde in einer Hütte angebunden. Lerana blieb im Dschungel zurück. Sie wehrte sich tapfer und tötete vier Chircools, fiel den restlichen Raubtieren aber zum Opfer. Jörg tötete die Chircools, als er zu Lerana zurückkehrte. (PR 1001)

Mallagan, Faddon und Scoutie, die von einem Jagdzug zurückkehrten, fanden Jörg neben Leranas entstellter Leiche sitzend vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jörg noch zwanzig Chircools getötet, aber er bemerkte nicht, dass sich siebzehn weitere Tiere näherten. Die drei Jäger hatten einige Mühe, den Jungen zur Besinnung zu bringen. Er war wie in Trance und hatte im Kampf viele Wunden davongetragen. Jörg behauptete, Lerana sei zurückgeblieben, weil sie ein fremdartiges Summen gehört habe. Auch Jörg hatte das Summen gehört, Mallagan ebenso. Jörg meinte, es habe sich um den Alten vom Berg gehandelt. Immer neue Chircool-Rotten mussten abgewehrt werden. Danach galt es, die Kadaver zu beseitigen, denn von dem Geruch wären noch mehr Raubtiere angelockt worden. Dann konnten die Jäger Leranas Leiche ins Dorf der Betschiden bringen. Jörg blieb bei Doc Ming. Der Heiler hatte eine Erklärung für das massenhafte Auftreten von Chircools. Die Paarungszeit der Tiere stand bevor und aufgrund der besonders heftigen zurückliegenden Regenzeit mussten die Chircools auf dem Weg zu den Eiablageplätzen jenes Gebiet durchqueren, in dem sich das Betschidendorf befand. (PR 1001)

Jörg berichtete den drei älteren Jägern von seinen Erlebnissen im Dschungel. Er hatte eine Flugmaschine und ein fremdartiges Lebewesen gesehen, das ihn vor einer Gefahr für seine Freunde gewarnt und sich selbst als Alter vom Berg bezeichnet habe. Wenig später wurde das Dorf von Chircools angegriffen. In dem Durcheinander gelang es Jörg, Djin unbemerkt zu befreien und mit in den Dschungel zu nehmen. Mallagan, Faddon und Scoutie folgten Jörg am nächsten Tag und fanden ihn östlich des Dorfes an einem Fluss. Er war allein und behauptete, er habe Djin in den Dschungel bringen wollen, weil er festgestellt habe, dass sich Djin im Wasser sicher gefühlt habe. Der Alte vom Berg sei gekommen und habe Djin etwas injiziert, das dem Jungen geholfen habe. Der Alte vom Berg habe Djin mitgenommen, um ihn zu heilen. Der Alte vom Berg habe gewollt, dass Jörg den Jägern den Ort zeigte, an dem er ihn getroffen hatte. Dort gab es keine Raubtiere, aber einen Bach mit Fischen. Die Betschiden wären an diesem Ort viel sicherer als im Dorf. Alle vier machten sich nun auf den Rückweg zum Dorf. Unterwegs hörten sie das Geheul unzähliger Chircools. Ein schneeweißes Raumschiff senkte sich auf das Dorf herab. Jörg glaubte, es sei die SOL. (PR 1001)

Es handelte sich jedoch um die ARSALOM, ein Raumschiff des Herzogtums von Krandhor. Unter den Betschiden brach Panik aus, als nichtmenschliche Wesen ausstiegen, die versuchten, St. Vain einen Spoodie einzusetzen. Die Betschiden flohen und versteckten sich im Dorf oder im Dschungel, wurden aber nach und nach eingefangen, in die ARSALOM gebracht und mit Spoodies versorgt - so auch Jörg Breiskoll. Zuvor beobachtete er, dass die Fremden unweit des Dorfes einen Roboterstützpunkt errichteten. (PR 1002)

In der folgenden Zeit erhielt auch Jörg einen Spoodie. Er verliebte sich in die junge Betschidin Francette. Da er in ihrer Nähe kein vernünftiges Wort herausbrachte, grub er Kritzel aus, um sie neben seiner Hütte einzupflanzen. Er hoffte, Kritzel werde ihm helfen, seine Gefühle Francette gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Auf dem Rückweg wurde Jörg von Unbekannten überfallen, die ihm den Spoodie rauben wollten. Er konnte sie vertreiben und entging damit dem Schickal von sechs weiteren Betschiden, die am nächsten Tag ohne Spoodies aufgefunden wurden. Gut eine Woche später stellte sich heraus, dass St. Vain hinter der Sache steckte. St. Vain und drei Spießgesellen hatten sich die geraubten Spoodies eingesetzt und übernahmen nun die Kontrolle über den Roboterstützpunkt. St. Vain erklärte sich zum Alleinherrscher von Chircool. (PR 1052)

Doc Ming, der von den Dorfbewohnern zum neuen Kapitän gewählt wurde, setzte Jörg als seinen Adjutanten ein. Man belagerte den Stützpunkt, um St. Vain auszuhungern. In diesen Tagen wurden Jörg und Francette ein Paar. Jörg schlich sich in den Stützpunkt, legte Brandsätze (die allerdings keinen großen Schaden anrichteten) und belauschte St. Vain. Der Größenwahnsinnige hatte vor, ein Raumschiff anzulocken und damit nach Kran zu fliegen, um Herzog von Krandhor zu werden. St. Vain brannte das Betschidendorf mit den Energiewaffen des Stützpunktes nieder. Kurz danach landete die SOL in der Nähe des Stützpunktes. St. Vain entwickelte einen Plan, um die Besatzung zu täuschen und das Schiff zu erobern. Er legte Bomben, nahm Geiseln und hetzte einige an Bord befindliche Kranen gegen die Widerständler auf, die diese daraufhin paralysierten. Jörg konnte mittels eines Kritzel-Blattes weiterhin mit Francette kommunizieren und bat sie, in der SOL Hilfe zu holen. Die junge Frau drang bis zu Atlan vor und erzählte ihm, was in der letzten Zeit wirklich vorgefallen war. Atlan gab ihr Medikamente, mit denen sie Jörgs Paralyse aufheben konnte. (PR 1052)

Doc Ming übertrug Jörg das Kommando. Jörg schlich sich in die SOL, entschärfte die Bomben und machte den Betschiden unschädlich, der die Geiseln bewachte. Nach Beilegung der Krise verließen alle Betschiden, auch Jörg, den Planeten mit der SOL. (PR 1052) Er hielt engen Kontakt mit Atlan. Von Anfang an spürte er einen immer stärker werdenden fremdartigen Einfluss, der nach der Besatzung zu greifen schien. Er nahm eine Aura wahr, die eine aus einer bestimmten Richtung kommende Teilstrahlung enthielt. Als Righter Huskey berichtete, dass alle Buhrlos bei einem Weltraumspaziergang in dieselbe Richtung geblickt hatten, begann Breiskoll sich über E-kick zu informieren. Die von ihm wahrgenommene Aura bezeichnete er als Phänomen-Aura. Schon bald stellte sich heraus, dass alle Solaner außer Atlan, den Betschiden und den Buhrlos von dieser Aura beeinflusst wurden. Sie wurden süchtig danach und gingen mit wahnhaftem Arbeitseifer den verschiedensten sinnlosen Tätigkeiten nach. Breiskoll postulierte einen Zusammenhang zwischen dem E-kick und der Aura. Atlan konnte das durch entsprechende Messungen bestätigen. (PR 1053)

Beim Versuch, die Auswirkungen der Phänomen-Aura abzumildern, leistete Breiskoll in der folgenden Zeit wertvolle Dienste an Atlans Seite. Als die Aura erlosch, weil die Buhrlos, von denen sie hervorgerufen wurde, hinter einem Paratronschirm isoliert wurden, drehten viele nach der Aura süchtig gewordene Solaner durch. Einige nahmen Francette als Geisel und verlangten die Abschaltung des Schirms. Zusammen mit Doc Ming und West Oniel machte Breiskoll die Süchtigen unschädlich. Breiskoll und knapp 200 weitere Betschiden unterstützten Atlan beim Schutz der Schutzschirmgeneratoren vor den Süchtigen. Einen Tag nach dem Exodus der Buhrlos, die im All ihre neue Bestimmung suchten, folgten Breiskoll und Francette ihnen mit Atlan an Bord einer Space-Jet. Die Gläsernen hatten sich schon 100 Kilometer von der SOL entfernt. Breiskoll spürte, dass die Buhrlos noch lebten. Sie wurden nicht wieder an Bord geholt. (PR 1053)

Quellen