Das Erbe der Kartanin

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Überblick
Serie: Perry Rhodan Neo (Band 385)
Neo385.jpg
© Heinrich Bauer Verlag KG
Zyklus: Artefakte
Titel: Das Erbe der Kartanin
Autor: Rüdiger Schäfer
Titelbildzeichner: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erstmals erschienen: Freitag, 19. Juni 2026
Handlungszeitraum:    ... todo ...
Handlungsort:    ... todo ...
Zusätzliche Formate: E-Book, Hörbuch
Leseprobe: Leseprobe.png © Heinrich Bauer Verlag KG
Hörprobe: Hörprobe.png © Eins A Medien GmbH, Köln

Kurz­zusammen­fassung

Der Riss zum Granulon der Laren im Vela-Sektor hat sich geöffnet. Zuerst kommt ein SVE-Raumer durch, dann 100, dann 3500 durch. Obwohl die TU über 6000 Eineiten entsandt hat und dann die Kristallrepublik weiter 20.000 Einheiten schickt, hat man gegen die Invasoren keine Chance. Das Protokoll Exodus, bei dem sich die Flotten verstreuen sollen, um nicht vollständig aufgerieben zu werden, wird aktiviert. Plötzlich materialisieren fast 50 Tesserakte der Bakmaatu, bilden im Raum eine eigenartige Struktur und schließen den Riss. Die zurückgebliebene SVE-Raumer unterliegen einer Topologischen Kompression, schrumpfen so lange, bis sie verschweinden. Dao-Lin-H'ay erzählt von ihrer Zeit mit Nathalie: Die Artefakte sind nach der Symaios entstanden, um Risse der Raumzeit zu kitten. Wenn sie vom Ort ihrer Entstehung weggebracht werden, entwickeln sie sich zu hyperphysikalischen Bomben. Nathalie musste Vhynja Crii als Gegenleistung für die Rettung ihrer Eltern auf Pharduat versprechen, Veiyerdal, den Fremden, dem sie auf Yenoor begegnet ist und der Artefakte aussaugt, zu töten. Auf dem Eismond eines namenlosen Systems kann sie ihn stellen, bei der folgenden Auseinandersetzung kann er sie aber betäuben, als er sich über die am Boden liegende Nathalie beugt, werden beide von einem plötzlich entstehenden Geflecht aus Energie eingehüllt und verschwinden. Die Information, dass Nathalie mit einem bestimmten Artefakt gerettet werden könne, hat Dao von Vhynja Crii. Am Ende kommt Rhodan zum Schluss, dass sich alles um die Artefakte dreht, und sie den Mann befreien müssen, der darüber das meiste Wissen hat: Eric Weidenburn. ...

Handlung

Drei Wochen sind seit der Befreiung von Atlan aus dem Kryotank verstrichen. Nun wartet die TERRANIA II mit 6432 Raumschiffen aller Größenklassen im Raumsektor Vela. Einmal hat sich das Tor bereits geöffnet, allerdings sind nur wenige Robotsonden und ein einziger SVE-Raumer, der einen geschwächten Eindruck gemacht hat, in den Normalraum durchgekommen, der Raumer hat sofort angegriffen, aber man ist problemlos mit ihm fertiggeworden. Nun scheint sich der Bruch neuerlich zu stabilisieren. Leyden erklärt, dass sich die Anpassung des Granulons schneller vollzieht, als es bei derart unterschiedlichen Wellenmustern, die sich gegenseitig abstoßen, natürlich wäre. Aber Perry bringt als Zeitträger einen universellen Quantenrhythmus mit, und hat durch seinen Aufenthalt im Granulon ein Resonanzfenster geschaffen, das die Angleichung beschleunigt. Und dann stabilisiert sich der Riss neuerlich, mindestens hundert SVE-Raumer kommen hindurch. Allerdings wirken die Hüllen instabil, pulsieren, als würden sie permanent kollabieren und sich wieder aufbauen. Offenbar sind die Permanentzapfer, die ein höherdimensionales Kontinuum anzapfen, auf das energetische Gefüge des Granulons kalibriert, und die Energieversorgung im Normaluniversum funktioniert nur mit Unterbrechungen. Die Zapfer ziehen Energie, aber nur 10 bis 20 Prozent dessen, was sie tatsächlich benötigen. Deshalb sind alle Schiffe voll aufgeladen mit dem Maximaldurchmesser von 500 Metern durchgekommen. Bull fordert die Schiffe per Funk zur Umkehr auf, dann greift der irdische Verband an. Einige SVE-Raumer kann man mit Punktfeuer zerstören, dann setzen die Gegner Trafitrongeschütze ein. Jetzt hilft nur rascher Rückzug, dafür schickt man Schwarzschild-Schrapnelle in die Reihen der Gegner, die deren Schirme schwächen, was dann Dragonfly-Jäger und Space-Disks ausnützen können. Schon hat man fast die Hälfte der Angreifer beschädigt, Rhodan erwartet, dass nun Rettungskapseln ausgeschleust werden, stattdessen werden die beschädigten Einheiten von den unbeschädigten SVE-Raumern endgültig zerstört. Danach folgen Robotkorvetten, auch sie können einige SVE-Raumer abschießen, viele der durchgekommenen Einheiten haben nur mehr einen Durchmesser von 50 Metern, und dann ziehen sich die letzten zurück.

Rhodan sucht Dao-Lin-H'ay auf, und hält ihr vor, dass sie nicht alles sagt. Vielleicht weiß sie etwas, das ihnen helfen kann. Dao meint, Wissen sei keine neutrale Größe, es verändere den, der es trägt. Doch dann beginnt sie doch zu erzhählen:

Nachdem sie von den Schwestern der Tiefe an Bord der SAAGAN genommen wurde, herrschte am Anfang Misstrauen: In der Welt von Dao dominierten Instinkt und unmittelbares Handeln, in der Welt der Schwestern herrschte ein Einverständnis ohne Dominanzgehabe oder Reibungen, an denen sich Differenzen hätten entzünden können. Sie lebten in gegenseitiger Antizipation, mussten nicht darauf warten, dass etwas gesagt wurde, wussten es oft bereits im Vorhinein. In dieser Welt stellte Dao, für die bisher ein System Ordnung und Struktur haben musste, einen Fremdkörper dar. Sie fühlte sich isoliert. Nathalie begann sich um sie zu kümmern, und dann war offiziell, dass sie Dao als Mentorin zugeteilt wurde.

Nathalie nutzt für ihre Reisen ihr Schiff, die FRAOUQ. Und Dao reiste mit ihr. Einmal steuerten sie das System des sterbenden Sterns Irrhalon an, der sich zum Roten Riesen entwickelt, dessen vierter Planet bewohnt war und sich die Atmosphäre bereits derart aufheizt, dass die Überlebenden sich in letzte Kuppelstädte zurückziehen mussten. Dao fragte, ob sie nicht versuchen sollten, sie zu retten. Nathalie meinte, das Leben des Planeten gehe zu Ende. Dao solle überlegen, was sie den Einwohnern, den Varini, aufbürde, wenn sie sie von hier wegbringe. Sie, Nathalie, habe das früher auch versucht, aber erkennen müssen, dass sie das Leiden nur verlängert habe. Als Dao meinte, ein einziger schöner Sonnenaufgang, ein Gespräch, das man doch noch hätte führen können, hätte die gewonnene Zeit damals gerechtfertigt, bedankte sich Nathalie. Aber sie griff diesmal nicht mehr ein.

Dann besuchten sie Orithal, den einzigen bewohnten Planeten der Sonne Vilion. In der Hauptstadt Cyranth gab es keine Konflikte, sogar als sich Nathalie in einer Schlange vordrängte, ging der abgedrängte Einheimische zur Seite und entschuldigte sich auch noch. Wie konnte eine Zivilisation, die derart defensiv war, ein derartiges zivilisatorisches Niveau erreichen? Sie bekamen Kontakt zu einer KI, die das Leben der Einwohner regelte. Sie zeigte, wie die Orithari früher wegen geringster Kleinigkeiten aufeinander losgegangen sind, gleich mit Waffen, und die Zivilisation auszubluten drohte, bis man die KI installierte. Sie sollte eine optimale Integration in stabile gesellschaftliche Abläufe bewirken. Die KI erkannte, dass diese Aggressionen sinnlos waren und auf alten Verwundungen beruhten, die ihre Bedeutung längst verloren hatten. Also beseitigte sie die Erinnerungen an diese Verwundungen, in der Zeit des Besuches der beiden Schwestern erlosch jede Erinnerung nach fünf Jahren. Die KI, die sich SYNTAR nannte, hielt das System am Laufen, Nathalie war schon unter ihren Einfluss geraten, fühlte sich leicht und ausgeglichen, weil sie in sich keine Spannungen mehr verspürte, doch dann konnte Dao SYNTAR klar machen, dass Fortschritt nicht trotz, sondern wegen der Widersprüche entsteht. SYNTAR überließ es dann Dao und Nathalie, ob sie sie abschalten wollten. Die beiden befürchteten bei völliger Abschaltung einen Rückfall in die Zeiten der desaströsen Auseinandersetzungen, und beließen es dabei, SYNTAR ihre Möglichkeiten, den Einwohner gegen deren Willen zu beeinflussen, zu nehmen.

In den nächsten Jahren erlebte Dao mit Nathalie zahlreiche Abenteuer in und um Caddronaar. Eines Tages orteten sie ein Wrack, als sie es untersuchten, fanden sie zwei Leichen an Bord, die als Dao und Nathalie erkennbar waren. Beide waren davon erschüttert und suchten eine Erklärung. Nathalie erklärte, die erste dimensionale Realitätsschmiede des Universums, in der mögliche Zustände als sich überlagernde Wahrscheinlichkeiten existierten und durch quantenmechanische Prozesse selektiv zur Wirklichkeit wurden, sei das subkosmische Kontinuum, der Möglichkeitsraum der Chronophasen. Welche Chronophasen letztlich zur Wirklichkeit werden, sei nicht geklärt, doch gibt es die Theorie, es seien jene Chronophasen, die die größte Ähnlichkeit zur Gegenwart hätten. Und es existiert die Vermutung, das subkosmische Kontinuum sei eine Möglichkeit der Erklärung, warum es überhaupt eine Wirklichkeit gibt, die sich nach bestimmten Regeln verhält.

Später kam es zum Bruch zwischen Dao und Nathalie, doch nach den Ereignissen um die Cybora-Kinder und die Entstehung von ANICHAR waren sie wieder gemeinsam unterwegs. Sie sprachen auch über die Gründe für den Bruch, Nathalie war nicht einverstanden gewesen, wie die Schwestern mit Perrys Gehirn und mit Roi Danton umgegangen waren. Mit der Symaios sollte der Geburtsfehler des Universums, der durch die Granulonen des Prä-Universums ausgelöst wurde, beseitigt werden. Unmittelbar nach dedr Symaios materialisierten die Artefakte, welche die durch die Symaios entstandenen Risse oder offenen Wunden der Raumzeit stabilisieren und versorgen sollten, die aber nur an den Orten, an denen sie direkt aus dem subkosmischen Kontinuum entstanden waren, und von denen sie ursprünglich nicht wegbewegt werden konnten, ihre Wirkung entfalten konnten. Nachdem die Arkoniden sie nun an andere Orte brachten, entwickelten sie sich zu hyperphysikalischen Zeitbomben mit unkalkulierbarer Wirkung.

Nathalie und Dao erreichten das System eines uralten roten Riesen, der von Planetesimalen und einem Gasriesen umkreist wurde. Der namenlose Gasriese wiederum hatte einen Mond eingefangen, der vollständig vereist war. Auf diesem Mond konnten sie eigenartige Hyperraumstörungen anmessen, Nathalie war sich sicher, dass Veiyerdal, dem sie zum ersten Mal auf dem Planeten Yenoor im System der Sonne Ordo begegnet war, hier war und wieder ein Artefakt aussaugte. Als ihre Eltern auf dem Planeten Pharduat in Lebensgefahr waren, und sie Vhynja Crii hatte um Hilfe bitten müssen, hatte sie versprechen müssen, Veiyerdal zu jagen. Als Nathalie ausstieg, bestand Dao darauf, sie zu begleiten. Zuerst wurde Dao von einer gigantischen Eiskrabbe angegriffen, dann sah sie, wie Nathalie auf einen Schatten schoss, der das Feuer erwiderte und sie betäubte. Dann wurde er als Veiyerdal erkennbar. Als er sich über die am Boden liegende Nathalie beugte, wurden beide von einem plötzlich entstehenden Geflecht aus Energie eingehüllt und verschwanden.

Rhodan fragt, wie Dao zur Auffassung kommt, dass das gesuchte Artefakt sie zu Nathallie führen könnte, Dao antwortet, Vhynja Crii habe es ihr gesagt.

Gefechtsalarm ertönt, plötzlich tauchen vierhundert SVE-Raumer auf, zwei davon in unmittelbarer Nähe der TERRANIA II. Dem Piloten Devon Ramires gelingt ein halsbrecherisches Manöver zwischen den beiden Feindeinheiten hindurch, doch dann rast man auf eine Wand aus SVE-Raumern zu, deren Schirme einander gegenseitig überlappen. Es scheint keinen Ausweg zu geben, doch plötzlich beginnen die Schiffe, sich aufzulösen, unter dem Beschuss von 20.000 arkonidischen Einheiten unter Zalara da Keranth, der ersten Klinge der Republik Arkon, die plötzlich aufgetaucht sind. Doch dann materialisieren weitere 3000 SVE-Raumer, und jetzt können die Verteidiger nur noch das Protokoll Exodus einleiten, dass sich alle Einheiten zerstreuen, damit wenigstens eingige den SVE-Raumer entkommen. Bull kann da Keranth davon überzeugen, dass es die Arkoniden genauso machen.

Dann tauchen neuerlich Raumschiffe aus dem Hyperraum auf, diesmal sind es fast 50 Tesserakte der Posbis. Sie kümmern sich weder um die angreifenden SVE-Raumer, noch die Einheiten der Arkoniden oder der Union und ihrer Verbündeten, sondern bilden vor dem Riss ein eigenartiges Muster. Rhodan hat den Eindruck, dass es nicht hur eine Formation im Raum ist, sondern der Ausschnitt eines viel größeren Gebildes, das nur zum Teil im Einsteinraum sichtbar ist. Dann empfängt man Emissionen, Leyden spricht von einer Anpassung des hyperphysikalischen Systems, und dann schließt sich der Riss zum Larengranulon. Die im Normalraum zurückgebliebenen SVE-Raumer schrumpfen, Leyden spricht von einer Topologischen Kompression: Der Raum, den sie einnehmen, wird auf ein neues Maß gestutzt. Und kurz darauf sind sie verschwunden.

Danach haben sich die Tesserakte zurückgezogen und man sitzt zur Beratung beisammen: Das ist nicht das Ende der Auseinandersetzung mit den Laren. Irgendwann wird sich ihr Granulon wieder öffnen. Und es geht ihnen nicht um Lebensraum, bewohnbare Planeten gäbe es in der Galaxis genug. Sie aber wollen Kontrolle, Einfluss und Deutungshoheit. Und Rhodan ist überzeugt, dass die Entwicklungen der letzten Jahre, auch die Öffnung der Granulone, mit den Artefakten zusammenhängen. Sie brauchen den, der sich damit am besten auskennt: Eric Weidenburn. ...