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Der Tartaros ist ein gewaltiger, künstlich angelegter Schacht, der sich am 15. Oktober 2266 NGZ im Indischen Ozean auf Terra öffnete. Die Kanequa bezeichnen ihn als Gormonium. Den Namen Tartaros erhielt er von Anzu Gotjian. (PR 3400)
Übersicht
Der Tartaros besitzt einen Durchmesser von exakt 2,5 Kilometern und reicht 447.933 Kilometer in die Tiefe, was ungefähr eineinhalb Lichtsekunden entspricht. Der Schacht ist damit wesentlich tiefer als der Durchmesser Terras. Seine Wände bestehen aus grauem, eintönigem Metall. (PR 3400)
Der Schacht ist mit einer für Terraner atembaren Atmosphäre gefüllt. Ihre Temperatur beträgt konstant 18,98 Grad Celsius. Auch der Luftdruck bleibt trotz zunehmender Tiefe nahezu unverändert. Die Luft erscheint abgestanden und alt. Offenbar wird die Atmosphäre durch eine unbekannte Technologie aufrechterhalten. (PR 3400)
Die Bezeichnung Tartaros stammt aus der antiken
griechischen Mythologie. Dort bezeichnet sie eine tiefe Region der Unterwelt und den Ort, an dem
Kronos, der Herr der Zeit, gefangen gehalten wird. In der
römischen Mythologie wird dieser Ort als Tartarus bezeichnet. (PR 3400, Glossar)
Hyperphysikalische Eigenschaften
In der Umgebung des Schachts treten erhebliche Hyperphänomene und starke Hyperstrahlung auf. NATHAN vermutete ein Strangeness-Feld. Die Auswirkungen des Phänomens sind auf eine relativ klar begrenzte Zone beschränkt. (PR 3400)
Innerhalb des Schachts unterliegen technische Geräte einer von Liam Barstow als hyperphysikalische Hemmung bezeichneten Wirkung. Sie beeinträchtigt zahlreiche höherwertige Systeme, während andere weiterhin funktionieren. (PR 3400)
Der PHOENIX konnte seine Fallgeschwindigkeit von etwa 300 Kilometern pro Stunde nicht erhöhen. Ihre Bordschwerkraft und Lebenserhaltung blieben funktionsfähig, während unter anderem die Flugaggregate der SERUNS ausfielen. Auch der Suspensionsalkoven von Anzu Gotjian konnte nicht mehr aktiviert werden. Innerhalb einer im Schacht befindlichen Station verschlechterten sich die Funktionen der SERUNS nochmals erheblich. (PR 3400)
Die Ursache dieser selektiven Einschränkungen ist unbekannt. Ebenso blieb die Herkunft des Tartaros ungeklärt. Liam Barstow vermutete, dass der Schacht aus einem anderen Universum stammte und durch eine Wechselwirkung mit dem Standarduniversum verbunden wurde. Anzu Gotjian hielt auch ein Portal zwischen verschiedenen Universen für möglich. (PR 3400)
Bauwerke und Wandbilder
Die metallenen Schachtwände tragen monumentale Zeichnungen und unbekannte Schriftzeichen. Daneben befinden sich bauliche Einrichtungen, darunter Leitern und Plattformen. In etwa 865 Kilometern Tiefe entdeckte die Besatzung des PHOENIX die Überreste einer an der Schachtwand befestigten Plattform. (PR 3400)
Die Wandbilder zeigen unter anderem ungefähr 200 Meter große humanoide Gestalten. Zwei von ihnen sind durch einen Abgrund voneinander getrennt. Eine blickt erstarrt in die Ferne, während die andere sich nach ihr ausstreckt. Weitere Darstellungen zeigen den Sturz einer Gestalt sowie ihre Gefangenschaft in einem düsteren roten Glühen. (PR 3400)
Andere Bilder zeigen eine übergroße, leuchtende Gestalt, die über mehreren kleineren Wesen schwebt. Sie erhebt die Hände zu einem Sternenmeer, in dessen Zentrum sich ein gewaltiges Schwarzes Loch befindet. Auf einer weiteren Darstellung umfasst und zerquetscht sie das Schwarze Loch. Anschließend erscheint die Galaxie mit einem vergrößerten dunklen Zentrum, von dem aus sich Schwärze über das Sternenmeer ausbreitet. Zahlreiche Sterne scheinen erloschen zu sein. (PR 3400)
Die Bilderfolge wiederholt sich auf verschiedenen Ebenen einer Station innerhalb des Schachts. Perry Rhodan vermutete einen Zusammenhang mit dem von den Kanequa verehrten Dilial-Gor. Ob die Darstellungen tatsächliche Ereignisse, einen Mythos oder eine Prophezeiung wiedergeben, ist unbekannt. (PR 3400)
Kugelstation
In einer Tiefe von 980 Kilometern befindet sich eine kugelförmige Station mit einem Durchmesser von exakt 200 Metern. Sie ist im Zentrum des Schachts angeordnet und über zwei gegenüberliegende Stege mit dessen Wänden verbunden. Ihre Hülle besteht aus demselben dunklen Metall wie die Schachtwände. (PR 3400)
Die Station verfügt über mehrere Ebenen, Korridore, Räume und Antigravschächte. In ihrem Inneren halten sich Kanequa und Kampfroboter auf. Eine unbekannte Vorrichtung kann den Sturz eines Körpers vor der Station abbremsen und ihn anschließend durch eine Öffnung in das Bauwerk aufnehmen. (PR 3400)
Gefängnis des Erretters
In großer Tiefe des Tartaros befindet sich das Gefängnis des von den Kanequa als Erretter bezeichneten Dilial-Gor. Dieser wird unter einem Kerkerschirm in einer Maschine festgehalten. Nach Angaben seines Mundschenks Garrian-Zin dauert seine Gefangenschaft bereits seit Generationen an. (PR 3400)
Die Kanequa beabsichtigen, Dilial-Gor durch den Austausch mit einem anderen Lebewesen zu befreien. Der betreffende Ersatz muss als Opfergabe markiert worden sein. Ein Kanequ kann diese Funktion nicht übernehmen. (PR 3400)
Unterhalb der Kugelstation befindet sich außerdem eine zwei Meter breite Rampe, die sich spiralförmig am Rand des Schachts in die Tiefe windet. (PR 3400)
Geschichte
2266 NGZ
Am 15. Oktober 2266 NGZ wurde an Bord des PHOENIX erstmals der von Arion Mbinguni entwickelte Metadukt erprobt. Der erfolgreiche Transport eines Metallwürfels löste die Diebstahlsicherung eines wycondrischen Fiktivtransmitters aus. Ein hyperenergetisches Feld umschloss den PHOENIX und zog sich nach der Deaktivierung der Sicherung zu einem Glutball zusammen, der etwa 200 Kilometer von Mbingunis Forschungsanlage entfernt im Indischen Ozean einschlug. An der Einschlagstelle öffnete sich der Tartaros. (PR 3400)
Mbinguni wurde kurz darauf von einer Energieentladung getroffen, stürzte in den Metadukt und entmaterialisierte. Er erschien innerhalb des Schachts und fiel in die Tiefe. Der PHOENIX folgte ihm, um ihn zu retten. Bei Kilometer 980 wurde Mbingunis Sturz vor der Kugelstation abgebremst. Er wurde in das Bauwerk aufgenommen. (PR 3400)
Perry Rhodan, Meghan Ontares und Anzu Gotjian drangen in die Station ein und trafen dort auf die Kanequa. Von Garrian-Zin erfuhren sie, dass der PHOENIX die Station aktiviert und die Verbindung zum Universum der Terraner hergestellt hatte. Solange das Raumschiff als sogenannter »Schachtöffner« wirkte, blieb diese Verbindung bestehen. (PR 3400)
Garrian-Zin erklärte, dass Mbinguni bei seiner Materialisierung im Metadukt als Opfergabe markiert worden war. Er sollte den Platz Dilial-Gors unter dem Kerkerschirm einnehmen und dadurch dessen Befreiung ermöglichen. Die Kanequa wollten anschließend den PHOENIX als Streitwagen Dilial-Gors nutzen, damit dieser die Galaktischen Herde entzünden und das Dunkle Auge neutralisieren konnte. (PR 3400)
Um die Befreiung Dilial-Gors und ein Vordringen der Kanequa nach Terra zu verhindern, beschloss die Bordintelligenz Sky, die Verbindung zu unterbrechen. Sie versetzte Perry Rhodan, Liam Barstow, Meghan Ontares und Anzu Gotjian mit dem Metadukt auf eine spiralförmige Rampe im Tartaros. (PR 3400)
Nachdem möglichst viele Kanequa den PHOENIX verlassen hatten, führte Sky mit dem eingeschränkt funktionsfähigen San-Hypertrans-Progressor einen kurzen Überlichtsprung unmittelbar in die Kugelstation aus. Die anschließende Explosion zerstörte sowohl den PHOENIX als auch die Station. Die Verbindung nach Terra brach ab. (PR 3400)
Rhodan und seine drei Begleiter blieben im Tartaros zurück. (PR 3400)