Geheimsatellit Troja

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Der Geheimsatellit Troja ist ein Asteroid aus dem Schrotschuss-System, ein Bruchstück des von den Maahks im Auftrag der Meister der Insel gesprengten Riesenplaneten Kulloch. (PR 233) Nach seiner Integration in das Fracersystem wurde er in Troja-Alpha umbenannt. (PR 3106)

PR0233.jpg
Heft: PR 233
© Pabel-Moewig Verlag KG

Übersicht

Troja besitzt annähernd Würfelform mit einer Kantenlänge von 38 km. Auf der Oberfläche befinden sich noch Ruinen einer ehemaligen Stadt der Maahks.

Für die Verteidigung des Geheimsatelliten wurden Abwehrforts mit weitreichenden Transformkanonen installiert. Troja kann keine Überlichtflugmanöver ausführen. Die Navigation erfolgt mit Hilfe einer 300 m über den Rand des Asteroiden ragenden, abgerissenen Brückenkonstruktion der ehemaligen Maahk-Stadt auf Sicht. Die Brücke wird daher auch als »Peilbrücke« bezeichnet.

Eine große Herausforderung bei der Adaptierung des Trümmerstücks war die Statik. Troja musste nicht nur seinen eigenen Triebwerken und Kraftstationen sowie einer Fülle an Ausrüstungsmaterialien Platz bieten, sondern auch fünf Superschlachtschiffe in seinem Inneren transportieren. Deshalb wurden die Kraftstationen nahe dem Mittelpunkt platziert, die Triebwerke am »Heck«. Jedes Superschlachtschiff besaß einen eigenen, von den anderen getrennten Hangar, um im Falle eines Beschusses die Schäden einschlagender Treffer möglichst gering zu halten. Der Ausbau und die Ausrüstung von Troja kosteten 112 Milliarden Solar, den Wert der von Troja transportierten Superschlachtschiffe nicht einberechnet. (PR 233, S. 19f)

Um nicht geortet werden zu können, operierte Troja im Einsatz mit möglichst geringem Energieaufkommen. Ein turbinengetriebenes 380-Volt-Drehstromaggregat mit einer Leistung von 100 Kilowatt lieferte Energie für die Beleuchtung, eine Luftreinigungsanlage und zwei mechanische Aufzüge. Die Fusionsmeiler waren abgeschaltet. Es gab unter diesen Umständen keine künstlich erzeugte Schwerkraft. Die Gänge besaßen Laufstreifen, an denen die mit Magnetsohlen ausgestatteten Stiefel der Besatzung hafteten. Wenn beispielsweise ein Raumschiff eingeschleust werden musste, dann wurden zur Erzeugung von Traktorstrahlen die Kraftwerke kurz hochgefahren. (PR 238, S. 26f)

Der Ausbau Trojas verursachte Kosten in Höhe von Hundertzwölf Milliarden Solar. (PR 3106)

Geschichte

Nach der Zerstörung des Planeten Kulloch im Jahre 1400 höhlten die nun heimatlosen Maahks das Trümmerstück ihrer Heimat weitläufig aus und gewannen so neuen Lebensraum.

Im Jahre 2402 wurde Troja von den Terranern vollständig ausgehöhlt, befestigt und am 2. Juli als »Trojanisches Pferd« (daher die Benennung) im Rahmen des Unternehmens Brückenkopf Andro-Beta durch den Schrotschuss-Transmitter ins Andro-Beta-Dreieck geschleust.

Nach außen hin nichts als ein zufällig in das Entmaterialisierungsfeld geratenes kosmisches Trümmerstück, verbargen sich im Inneren Trojas die fünf mit Zusatztriebwerken ausgestatteten terranischen Superschlachtschiffe CREST II, THORA II, ALARICH, NAPOLEON und IMPERATOR, das Vierstufenraumschiff ANDROTEST III sowie Nachschublager, Atomkraftwerke und ein eigenes Impulstriebwerk.

Kurz nach der Ankunft im Andro-Beta-Nebel wurde Troja von einem vagabundierenden Moby verschluckt, der mit Hilfe des Felsbrockens seinen Energiehaushalt ausgleichen wollte. Die Besatzung hatte sich in seinem Inneren heftiger Angriffe der so genannten Energiepolizisten zu erwehren, die das natürliche Abwehrsystem des Sternenvagabunden darstellten. Durch Sprengung des kristallinen Instinkthirns des Mobys und mit Unterstützung eines so genannten Bioparasiten gelang es schließlich, Troja aus seinem Gefängnis zu befreien. Bald wurde klar, dass der Geheimsatellit sich nicht als Stützpunktbasis eignete, da in seiner unmittelbaren Nähe um das Andro-Beta-Dreieck herum heftige Truppenbewegungen der Twonoser stattfanden. Außerdem bot Troja nicht genug Platz für die aus dem Schrotschuss-System angelieferten Nachschubgüter. Die Terraner suchten deshalb rasch nach einem planetengebundenen Versteck und wählten schließlich Arctis als Ausweichlager.

In der Folgezeit zog Troja unter dem Kommando von Major Fracer Whooley auf »Schleichfahrt« durch Andro-Beta, was eine große psychische Belastung für die zurückgebliebene Besatzung darstellte. Als am 1. November 2402 das Andro-Beta-Dreieck von den Meistern der Insel durch Umwandlung einer der drei Sonnen in eine Nova zerstört wurde, war Troja nur 144 Lichtstunden vom Herd der Explosion entfernt, überstand die Katastrophe jedoch weitgehend unbeschadet.

Der von den Maahks immer noch nicht entdeckte Geheimsatellit war im Jahre 2405 nicht Gegenstand des Vertrages zwischen ihnen und den Terranern. Somit besaßen die Terraner neben dem ihnen zugestandenen Stützpunkt auf Gleam auch noch den Satelliten als Geheimbasis in Andro-Beta. (PR 299)

Im Jahre 2406 zog Troja immer noch seine Bahn in Andro-Beta. (PR-TB 44)

Bis zum Jahr 2071 NGZ war unbekannt ob die Besatzung ausgetauscht wurde und wie der Geheimsatellit weiter verwendet wurde.

Erst als Perry Rhodan auf Fajem Kontakt zu Harper LeCount, dem Kommandanten der ROMEO CHO erhielt, und dieser erklärte sein Schiff gehöre zum Trojanischen Imperium, wurde die weitere Geschichte des Geheimsatelliten durch den ausgebildeten Historiomimen Volascou Rosman bekannt: (PR 3104, PR 3106)

Troja blieb mit ihrer aus knapp 200 Personen bestehenden Besatzung auch nach dem Ende der MdI zu Beobachtungszwecken vor Ort. Um das Jahr 2407 riss der Kontakt mit dem Solaren Imperium ab. Troja war auf sich allein gestellt. Nur wenige Besatzungsmitglieder versuchten ihr Glück auf bewohnbaren Planeten. Die anderen betrachteten den Asteroiden als ihre Heimat. Von den nichthumanoiden Indarrean, die ihnen nach einigen Jahren begegneten, erhielten sie Transitionstriebwerke mit geringer Sprungweite im Austausch gegen verschiedene Kulturgüter. (PR 3106)

Aus den Kämpfen zwischen Maahks und Tefrodern hielt sich Troja heraus, doch im Jahre 2419 griff Major Whooley zu Gunsten eines tefrodischen Transportschiffes mit Frauen und Kindern an Bord ein, das von einer maahkschen Übermacht vernichtet zu werden drohte. Alle Tefroder wechselten nach Troja über, so dass die Bevölkerungszahl auf 2000 Personen anstiegt. Mit neuen, leistungsfähigeren Transitionstriebwerken, die wiederum von den Indarrean zur Verfügung gestellt wurden, wurde der Sprung nach Cassiopeia vorbereitet, denn dort gab es weder Maahks noch Tefroder und somit keine Konflikte, in die man verwickelt werden könnte. Unterwegs wurde ein vom Planeten Tampash ausgehender Notruf aufgefangen. Die dort lebenden tefrodischen Kolonisten standen gegen die aggressive Flora und Fauna der Dschungelwelt auf verlorenem Posten. 13.000 Überlebende siedelten in den Asteroiden Troja über und brachten ihre Technik sowie planetare Ressourcen mit. Obwohl die Tefroder weit in der Überzahl waren, betrachteten sich alle Bewohner Trojas als Einheit – sie waren Trojaner. (PR 3106)

Im Jahre 2593 fand die Irrfahrt Trojas ihr Ende im System der gelben Sonne Fracer Whooleys Stern. Zum Fracersystem gehörte ein Asteroidengürtel in der habitablen Zone. Troja ging dort quasi vor Anker. Nach und nach wurden zahlreiche Asteroiden in neuen Lebensraum für die stetig wachsende Bevölkerung umgewandelt oder zur Rohstoffgewinnung erschlossen. Am 1. Januar 2643 wurde das Trojanische Imperium ausgerufen, denn es stand längst fest, dass kaum jemand das Fracersystem jemals wieder verlassen wollte. Die Trojaner lebten in selbstgewählter Isolation und blieben unberührt von den zahlreichen Krisen in der Milchstraße und in Andromeda. Sie entwickelten sich technisch weiter und bauten eine eigene Flotte auf. Zu einem Rückschlag kam es im Jahre 4918 (1331 NGZ) infolge der Hyperimpedanz-Erhöhung. In dieser Zeit wurden vorher nicht bekannt gewesene Hyperkristallvorkommen im Fracersystem entdeckt. Das hyperenergetisch aufladbare Kyrogonium wurde zum Hauptbestandteil der trojanischen Hightech. Troja, nun Troja-Alpha genannt und 25 weitere Asterioden bildeten seither im Fracersystem das Trojanisches Imperium. Im Jahre 2071 NGZ war das Staatsoberhaupt Luna Silvervägen. Admiral Havid Digamma kommandierte die aus 250 schlagkräftigen Schiffen der SALTAGRAN-Klasse bestehende Flotte. (PR 3106)

Risszeichnung

Quellen